Dienstag, 5. September 2006

ÖRV-Starter für WM-Straßenrennen fixiert: Pfannberger erhält sechsten Startplatz

  • Neben Eisel, Kohl, Totschnig, Haselbacher & Wrolich
  • Rennen geht am 24. September durch Salzburg

Vor drei Monaten musste Christian Pfannberger noch das Ende einer umstrittenen zweijährigen Dopingsperre abwarten, bereits am 24. September geht der 26-jährige Steirer im Straßenrennen der Rad-WM in Salzburg für Österreich an den Start. ÖRV-Bundestrainer Franz Hartl bestätigte Pfannberger als sechsten Fahrer neben den gesetzten ProTour-Profis Bernhard Eisel, Bernhard Kohl, Georg Totschnig, Rene Haselbacher und Peter Wrolich im endgültigen WM-Kader.

"Ausschlag gebend waren die Resultate bei wichtigeren Rennen", begründete Hartl, warum er sich gegen die international erfahreneren Gerhard Trampusch oder Gerrit Glomser entschieden hatte. Pfannberger hatte die Österreich-Rundfahrt nach einem Etappensieg auf dem dritten Gesamtrang beendet und war auch bei der Portugal-Rundfahrt ins Gelbe Trikot gefahren. "Im Grunde genommen hat sich das Team damit selbst aufgestellt", erklärte Hartl.

Ein kleines Fragezeichen steht lediglich hinter dem Einsatz von Staatsmeister Kohl. Der Kletterspezialist war am Sonntag bei der Vuelta schwer zu Sturz gekommen und laboriert seither an äußerst schmerzhaften Prellungen im Rückenbereich. "Ich bin aber guter Dinge, dass er schon am Wochenende wieder auf dem Rad sitzt", meinte Hartl. Erster Ersatzfahrer ist Trampusch, Glomser zählt ebenso wie der Tiroler Thomas Rohregger zum erweiterten Aufgebot.

Dieses erhält von 11. bis 21. September die Chance, sich in Bad Tatzmannsdorf gemeinsam auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten. Auf Grund des engen Terminplans reisen die Fahrer individuell an verschiedenen Tagen an und stimmen sich erst unmittelbar vor der Heim-WM aufeinander ab. "Wir sind nicht der Arbeitgeber, können den Profis daher nichts vorschreiben", erläuterte Hartl. "Wir können nur die bestmöglichen Bedingungen zur Verfügung stellen."

Als Ziel hat der Österreichische Radsport-Verband (ÖRV) im Straßenrennen einen Rang in den Top 10 ausgegeben. "Das wäre schon ein sehr gutes Resultat für die Mannschaft", meinte Pfannberger, der laut eigenen Angaben selbst nicht fix mit dem Startplatz gerechnet hatte. Trampusch reagierte gefasst auf seine Ausbootung, Glomser hingegen kritisierte die fehlende Qualität des Teams. "Ich kann ihre Enttäuschung verstehen", versicherte Hartl.

Eisel scheint der heißeste ÖRV-Anwärter auf einen Spitzenplatz zu sein. "Er ist sicherlich der beste Finisher. Wenn es zu einem Sprint kommt, ist er unser Mann. Da muss aber wirklich alles passen", erklärte der Teamchef, der drei Tage vor dem WM-Highlight im Zeitfahren Routinier Peter Luttenberger und Youngster Rohregger ins Rennen schickt. Medaillenchancen scheinen dabei aber utopisch, ein Platz unter den ersten 20 ist das Ziel. Die WM-Aufgebote der Damen und der U23 sind noch nicht vollständig fixiert.

(apa)

5.9.2006 19:45