Mittwoch, 6. September 2006

Daviscup vs. Mexiko ohne Stefan Koubek: Österreich trotzdem Favorit in Pörtschach

  • Auch Peya kann nicht, Eitzinger wird vierter Mann
  • Sorgen auch um Marach nach Aufgabe in Düsseldorf

Österreich muss in der Daviscup-Relegationsbegegnung vom 22.-24. September in Pörtschach gegen Mexiko ohne Stefan Koubek auskommen. Der auf der ATP-Tour zuletzt eher erfolglos spielende Kärntner sagte ab, um auf der Tour wieder Fuß fassen zu können. Weil auch Alexandre Peya kurzfristig nicht verfügbar ist, hat Kapitän Thomas Muster den Tiroler Rainer Eitzinger (23) als vierten Mann nominiert. Österreich gilt aber auch mit Jürgen Melzer, Oliver Marach, Julian Knowle und Eitzinger als Favorit.

Der in der Weltrangliste auf Platz 123 abgestürzte Koubek sagte damit erstmals auf eigenen Wunsch ab. Die wenigen Male, in denen Koubek in den vergangenen Jahren gefehlt hatte, war meist eine Verletzung oder etwa die Dopingsperre dafür verantwortlich gewesen. Koubek wird kommende Woche in Bukarest und während der Daviscup-Woche beim Sandplatz-Challenger in Stettin antreten und versucht danach in Mumbai, Tokio und Wien den Sprung zurück in die Top 100 zu schaffen.

"Stefan hat mich gebeten, ihn aus dem Kader zu entlassen, weil er davon ausgeht, dass er gegen Mexiko nicht zum Einsatz kommt. Ich bin seinem Wunsch nachgekommen und hoffe, dass die kommenden Turniere erfolgreich für ihn verlaufen", sagte Muster. Ersatzmann Eitzinger steht erstmals im rot-weiß-roten Aufgebot, er nimmt in der Weltrangliste Position 192 ein.

Peya bedauerte: "Ich wäre der nachträglichen Einberufung gerne nachgekommen, aber ich kann die Reise zu den Turnieren nach Asien nicht mehr absagen."

Kleine Sorgen gibt es auch um Oliver Marach. Während Eitzinger beim Challenger in Düsseldorf sein Erstrundenspiel gegen den als Nummer 7 gesetzten Tschechen Tomas Zib mit 7:6,7:6 gewann, musste der als Nummer drei gesetzte Mitfavorit Marach gegen den tschechischen Qualifikanten Ladislav Chramosta nach dem mit 2:6 verlorenen, ersten Satz wegen muskulärer Probleme im rechten Fuß aufgeben.

Muster hat sich unterdessen Videos des mexikanischen Davis-Cup-Teams organisiert und die TV-Bänder bereits mehrmals studiert. "Das Material ist zwar nicht sehr umfangreich, aber ich habe einige Dinge gesehen und werde daraus meine Schlüsse ziehen", meinte der heimische Kapitän

Die Mexikaner haben vorerst einen Acht-Mann-Kader nominiert, dem nun auch die Nummer eins, Bruno Echagaray (23) angehört. Der nur auf Platz 198 liegende Spitzenmann des mexikanischen Gegners, der bei den US Open gleich in der ersten Qualifikationsrunde verloren hatte, hatte zuletzt wegen finanzieller Differenzen mit dem Verband gefehlt. Nach einer Einigung ist er nun aber im Aufgebot und bereite sich in Guadalajara vor. "Er wird definitiv am Daviscup teilnehmen", sagte sein Bruder und Manager Rodrigo Echagaray.

Der mexikanische Daviscup-Kapitän Oscar Ortiz hat folgende fünf Spieler für die Daviscup-Relegation gegen Österreich nominiert: Bruno Echegaray, Santiago Gonzalez, Miguel Gallardo, Daniel Garza und Carlos Palencia.

(apa/red)

6.9.2006 15:50