Dienstag, 5. September 2006

Von Indianapolis Colts bis zu den Seattle Seahawks: NFL-Start mit vielen Favoriten

  • Champion Pittsburgh eröffnet Saison gegen Miami
  • Spektakuläre Transfers dank höherer Gehaltsgrenze

Erst sieben Teams ist es in den vergangenen 40 Auflagen der Super Bowl gelungen, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Auch der amtierende Champion, die Pittsburgh Steelers, geht nicht als Topfavorit in die kommende Saison der National Football League (NFL). Das Team aus Pennsylvania eröffnet die Spielzeit am Donnerstag mit einem Heimspiel gegen die Dolphins aus Miami, wo am 4. Februar 2007 Super Bowl XLI über die Bühne geht.

In der vergangenen Saison waren die Steelers gerade noch ins Playoff eingezogen, um dort ihren Siegeszug zu starten. Im Sommer hat das Team von Langzeit-Trainer Bill Cowher allerdings alle vier Vorbereitungsspiele und ebenso viele Stammspieler verloren. "Vielen Teams ist eine erfolgreiche Titelverteidigung noch nicht gelungen, aber natürlich ist das unser Ziel", erklärte Receiver Hines Ward, der wertvollste Spieler (MVP) von Super Bowl XL.

Zum Saisonauftakt müssen die Steelers auf Ben Roethlisberger verzichten. Der 24-Jährige, der Pittsburgh als jüngster Quarterback aller Zeiten zum fünften Titel geführt hatte, musste sich nach akuter Blinddarmentzündung einer Notoperation unterziehen. Zudem hatte der Superstar, der ohne Helm unterwegs war, im Juni einen schweren Motorradunfall nur mit viel Glück überlebt. Roethlisberger scheint zumindest aus seinem Fehler gelernt zu haben: "Jeden Tag, wenn ich mich in der Früh in den Spiegel schaue, schüttle ich nur meinen Kopf."

Zu den Mitfavoriten zählen wie in den vergangenen Saisonen die Indianapolis Colts, Carolina Panthers, Oakland Raiders, New York Giants, New England Patriots, Pittsburghs Divisions-Rivale Cincinnati Bengals und vor allem Vorjahres-Finalist Seattle Seahawks. Der Meister der National Football Conference (NFC/der Sieger spielt in der Super Bowl gegen den Champions der American Football Conference/AFC) hat seinen Kader um Saison-MVP Shaun Alexander und Quarterback Matt Hasselbeck weitgehend gehalten.

"Ich glaube, dass unser Team der kommenden Saison das der vorherigen locker besiegen würde", meinte Alexander, den ein neuer Vertrag über 62 Millionen Dollar für acht Jahre zum bestbezahlten Runningback der NFL-Geschichte machte. Dies ermöglichte auch ein neuer Vertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft, der eine deutliche Anhebung der Gehaltsobergrenzen ("Salary Cap") vorsieht.

Die Neuerung schlug sich in einigen spektakulären Transfers nieder. "Enfant terrible" Terrell Owens unterschrieb bei den Dallas Cowboys, mit denen der im Vorjahr verstorbene Kicker Toni Fritsch 1972 als bisher einziger Österreicher eine Super Bowl gewonnen hatte. Quarterback Daunte Culpepper wechselte von den Minnesota Vikings nach Miami, Drew Brees von den San Diego Chargers zu den New Orleans Saints, die nach einer Saison ohne Heimstätte auf Grund des Hurrikans "Katrina" wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrten.

Aufmerksamkeit wird in Lousiana aber auch Saints-Rookie Reggie Bush zu Teil, der das Potenzial zum Superstar hat. Der Runningback wurde nach seiner Verpflichtung von kritischen US-Medien in Anlehnung an die "Katrina"-Politik von US-Präsident George W. Bush als der "einzige Bush, der etwas für New Orleans tut", willkommen geheißen.

Auf ihren Linebacker Steve Foley verzichten müssen die San Diego Chargers. Der 31-Jährige wurde am Sonntagfrüh von einem Polizisten außer Dienst angeschossen, weil er offensichtlich betrunken ein Auto gelenkt hatte und danach auf den Beamten los gegangen war. Die Schussverletzung ist aber nicht lebensbedrohlich. (apa/red)

5.9.2006 11:24