Sonntag, 10. September 2006

200 Soldaten im Libanon eingetroffen: Franzosen sollen UNIFIL-Truppe verstärken

  • Hafen von Beirut nahm seinen Betrieb wieder auf
  • Syrien stationiert Soldaten gegen Waffenschmuggel

Ein Schiff mit 200 französischen Soldaten hat im Hafen von Beirut angelegt. Die Soldaten sollen im Süden des Libanons die UNO-Friedenstruppe UNIFIL verstärken. Einen Tag nach der Aufhebung der israelischen Seeblockade nahm auch der Hafen von Beirut seinen Betrieb wieder auf.

Das Kontigent von französischen Soldaten wird in den kommenden Wochen weiter aufgestockt. 250 weitere befinden sich bereits an Ort und Stelle. An Bord der "La Foudre" befanden sich auch rund 100 Panzerwagen, Lastwagen, Waffen und Ausrüstung.

Im Hafen von Beirut legten zwei Frachter an, wie der Leiter des Hafens, Hassan Kreitem, mitteilte, drei weitere Schiffe werden erwartet. Er hoffe, dass sich der Hafen innerhalb der kommenden zwei Monate von der achtwöchigen Blockade wieder erhole und zu seinem Normalbetrieb finde.

Vor der israelischen Offensive hätten im Durchschnitt täglich sechs Schiffe den Hafen angelaufen. Im Juni sei sogar eine Rekordabwicklung von 600.000 Containern erzielt worden. Die Häfen sind Dreh- und Angelpunkt des libanesischen Import-Export-Geschäfts. Rund 80 Prozent der Güter erreichen das Land per Schiff.

Israel hatte seine Blockade nach fast zwei Monaten aufgehoben, nachdem eine internationale Flotte unter italienischer Führung die Überwachung der libanesischen Küste übernommen hatte. Tags zuvor war bereits die Luftblockade beendet worden. Israel will verhindern, dass Waffen für die radikale Hisbollah-Miliz in den Libanon geschmuggelt werden.
(apa/red)

10.9.2006 08:13