Trotz Protest von 10.000 Menschen: Türkei stimmt Beteiligung an UN-Libanon-Truppe zu
- Mehrere hundert Soldaten sollen in die Krisenregion
- Ankara: Parlament entscheidet mit 340:192 Stimmen
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Das türkische Parlament hat am Dienstag der Entsendung von mehreren hundert Soldaten in den Südlibanon zugestimmt. Ein entsprechender Antrag wurde von den Abgeordneten in Ankara mit 340 zu 192 Stimmen angenommen. Vor dem Parlament in Ankara demonstrierten mehr als 10.000 Menschen gegen den geplanten Einsatz.
Die Zustimmung im Parlament galt schon zuvor als sicher, da die Regierungspartei AKP dort eine klare Mehrheit hat. Trotzdem hatte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan vor den Abgeordneten noch einmal für die Entsendung der Soldaten geworben.
Die Türkei will bis zu 1.000 Soldaten für die UNIFIL abstellen. Dazu gehören Offiziere zur Ausbildung der libanesischen Armee sowie ein Marineverband zur Sicherung der Mittelmeerküste, ähnlich wie er auch von Deutschland geplant wird. Von allen NATO-Staaten haben die Türkei nach den USA die größten Streitkräfte. Türkische Soldaten sind bereits in Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo im Einsatz.
In der Türkei ist der Widerstand gegen den Einsatz aber groß. Hunderte von Bereitschaftspolizisten sicherten deshalb das Parlamentsgebäude, in dem die Abgeordneten über die Beteiligung an der UN-Friedenstruppe berieten. Eine Gruppe von Demonstranten rief in Sprechchören dazu auf, das Parlament in den Libanon zu schicken. Auf Transparenten hieß es: "Wir wollen nicht die Soldaten der USA und Israels sein." (apa)
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