Dienstag, 5. September 2006

Vor Einigung um Shalit-Freilassung: Israel
'weiß nichts von Durchbruch' mit Abbas

  • Jerusalem dementiert Deal zu Palästinenser-Amnestie
  • Zeitung: Entführter Soldat soll erst nach Ägypten

Die Palästinenser haben sich nach den Worten von Präsident Abbas mit Israel über die Freilassung des im Gaza- Streifen festgehaltenen Soldaten Gilad Shalit geeinigt. Im Gegenzug werde Israel gefangene Palästinenser auf freien Fuß setzen, zitierte die in Bahrain erscheinende Zeitung "Akhbar al-Khaleej" Abbas. Von israelischer Seite verlautete, man wisse von "so einem Durchbruch nichts".

Shalit solle der getroffenen Vereinbarung nach zunächst an Ägypten ausgeliefert werden, dann solle die Zahl der freizulassenden "palästinensischen Kriegsgefangenen" bekannt gegeben werden, sagte Abbas in dem Interview. Aus Israel kam lediglich die Aussage des stellvertretenden Ministerpräsidenten Peres, dass Regierungschef Olmert zu einem Treffen mit Abbas bereit sei, sobald Shalit wieder frei sei.

Der Soldat war am 25. Juni von palästinensischen Extremisten, darunter Mitgliedern der regierenden Hamas, in den Gaza-Streifen verschleppt worden. Israel reagierte mit einer Militäroffensive, bei der bisher mindestens 200 Menschen getötet wurden, darunter zahlreiche Zivilisten.
(apa/red)

5.9.2006 10:30