Sonntag, 10. September 2006

Wieder ausländische Touristen im Jemen entführt: Vier Franzosen verschleppt!

  • Eine Geisel meldet sich telefonisch bei Botschaft

Im Jemen sind nach jüngsten Angaben vier Franzosen entführt worden. Wie die französische Botschaft in Sanaa mitteilte, wurden die Touristen auf dem Weg in die südjemenitische Hafenstadt Aden in der Provinz Shabwa von Stammeskriegern überfallen und verschleppt. Zuvor hatte es unterschiedliche Angaben über die Zahl der Entführten und deren Nationalität gegeben.

Der stellvertretende Botschaftsleiter Denis Douveneau sagte, eine der Geiseln habe sich telefonisch gemeldet und mitgeteilt, dass alle Entführten gut behandelt würden. Französische Diplomaten seien im Kontakt mit den jemenitischen Behörden. "Wir hoffen, dieses Problem bald lösen zu können", sagte Douveneau.

Die vier Franzosen reisten nach Angaben jemenitischer Sicherheitskreise in einer Kolonne mit anderen Touristen. Krieger des Al-Abdullah-Stamms hätten ihr Auto blockiert und sie als Geiseln genommen. Stammesälteste hätten Verhandlungen über ihre Freilassung aufgenommen.

Das deutsche Außenministerium wies Spekulationen zurück, wonach unter den Entführten ein Deutscher sein könnte. "Es gibt bislang keine Hinweise auf deutsche Entführte", sagte ein Sprecher am Sonntag in Berlin. Die Botschaft in Sanaa sei in Kontakt mit den jemenitischen Behörden und sei um vollständige Aufklärung des Sachverhalts bemüht.

Im Jemen werden des öfteren Ausländer von Stammeskriegern entführt, um Forderungen an die Zentralregierung durchzusetzen. Anfang des Jahres kündigte Präsident Ali Abdullah eine härtere Gangart gegenüber Entführern an.

(apa/red)

10.9.2006 17:49