"Milo, wir lieben dich!": Kantersieg für Montenegros Premierminister Djukanovic
- Premier holt absolute Parlaments-Mehrheit
- PLUS: Alle Infos zum "neuen Staat" Montenegro
·Milo Djukanovic
wird nicht amtsmüde
"Rasiermesser" lenkt seit 1991 Staats-Geschicke
·Montenegriner stolz auf lange Geschichte
Wurzeln des Landes
liegen im Jahr 1042
·Die wichtigsten
Daten Montenegros
621.000 Einwohner, 300 Euro Durchschnittslohn
Die erste Parlamentswahl seit der Unabhängigkeit Montenegros vor drei Monaten hat das Wahlbündnis von Ministerpräsident Milo Djukanovic wie erwartet klar für sich entschieden. Die "Koalition für ein europäisches Montenegro - Milo Djukanovic" hat nach verlässlichen Hochrechnungen 49,7 Prozent der Stimmen errungen. Dies teilte das nichtstaatliche Zentrum für Monitoring (CEMI) in Podgorica mit.
Offen war noch die Frage, ob das Bündnis von Djukanovic, zusammengesetzt aus der Demokratischen Partei der Sozialisten und der Sozialdemokratischen Partei, die absolute Mehrheit erringen kann. Der Grund laut Medienberichten: Aus den albanisch besiedelten Gebieten gab es noch keine Ergebnisse. Die 49,7 Prozent würden für 40 Mandate reichen, teilte CEMI mit. Insgesamt sind 41 Sitze für die absolute Mehrheit im Parlament notwendig. Nach Angaben des nichtstaatlichen Zentrums für Demokratische Transition (CDT) kommt der Djukanovic-Block auf 41 Sitze.
Die Serbische Liste von Andrija Mandic kommt laut CEMI auf 15,3 Prozent der Stimmen (zwölf Mandate), gefolgt vom Oppositionsbündnis von Predrag Bulatovic (Sozialistische Volkspartei) mit 14,8 Prozent (elf Sitze). Die Bewegung für Veränderungen (PZP) von Nebojsa Medojevic könne mit 13,8 Prozent der Stimmen (elf Sitze) rechnen. Ebenfalls den Einzug ins Parlament scheint die Koalition aus Liberalen und der Bosniakischen Partei (Moslems) geschafft zu haben, die laut CEMI auf 3,8 Prozent (drei Sitze) kommt.
Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 Prozent. Erste offizielle Ergebnisse wurden im Laufe des Montags erwartet.
Insgesamt waren etwa 485.000 Wahlberechtigte zum Urnengang aufgerufen, Bei der Wahl kämpften sechs Bündnisse, fünf Parteien und eine Bürgergruppe mit insgesamt mehr als 740 Kandidaten um 81 Parlamentssitze.
Montenegro hatte sich am 3. Juni für unabhängig erklärt, nachdem sich die Bevölkerung in einem Referendum im Mai mehrheitlich für die Loslösung aus dem Staatenbund mit Serbien ausgesprochen hatte.
(apa/red)
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