Immer mehr Afrikaner fliehen aus Elend: 900 Flüchtlinge an einem Tag nach Teneriffa
- Senegal schickt Polizisten zur 'leichteren' Abschiebung
·EU will Einwanderung zentral koordinieren
Könnte dafür bald neuen Kommissars-Job schaffen
Der Zustrom afrikanischer Bootsflüchtlinge auf die Kanarischen Inseln schwillt weiter an. Innerhalb von nur 24 Stunden sind knapp 900 illegale Zuwanderer auf der spanischen Inselgruppe gelandet, wie die Behörden in Santa Cruz auf Teneriffa mitteilten. An einem einzigen Tag waren noch nie so viele gezählt worden. Unter den vor allem aus dem Senegal stammenden Immigranten seien zahlreiche Minderjährige.
Um bei der Identifizierung der Zuwanderer zu helfen und somit eine Abschiebung zu ermöglichen, reisten nach Rundfunkberichten senegalesische Polizisten auf die Kanaren. Die Ankömmlinge haben in der Regel keine Ausweise bei sich. Sie wollen damit eine Rückführung verhindern. Zudem plane die spanische Regierung eine Informationskampagne im Senegal, berichtete die Zeitung "El Mundo". Ziel sei es, potenzielle Bootsflüchtlinge von einer Überfahrt abzuhalten. So solle auf die Gefahren der Reise und auf die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht werden, in Spanien einen Job zu finden.
Seit Jänner sind bereits 23.000 illegale Zuwanderer auf den Kanaren gelandet, fast fünf Mal mehr als im gesamten Jahr 2005. Nach offiziellen Angaben sind bei den gefährlichen Überfahrten in diesem Jahr etwa 600 Bootsflüchtlinge ertrunken. Hilfsorganisationen gehen dagegen von bis zu 3.000 Toten aus. (APA/red)
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