Wahlkampf am Wiener Heldenplatz: Wolfgang Schüssel sieht "Zeit der Ernte"
- Kanzler: Abhängigkeit von Erdöl & Erdgas reduzieren
- Johannes Hahn: "Nach der Ernte ist vor der Ernte"
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Das Erntedankfest des Bauernbundes in Wien stand heuer ganz im Zeichen der Nationalratswahl: Es sei nun die "Zeit der Ernte" gekommen, in der darüber nachgedacht werde, was in der Vergangenheit gelungen und was demnächst zu tun sei, betonte Bundeskanzler Schüssel. Der Kanzler widmete sich unter anderem der Energiepolitik - wobei es Kritik für die Grünen setzte.
Es sei wichtig, darüber nachzudenken, wie die Abhängigkeit von Erdöl oder Erdgas reduziert werden könne, so Schüssel. Wer von diesen Energieformen unabhängiger sein wolle, "der muss dafür etwas tun". Schüssel: "Die wahren Grünen sind diejenigen, die sich auch für die Nutzung der Wasserkraft in Österreich einsetzen."
Auch der Einsatz für erneuerbare Energien sei notwendig. Und dafür werde auch etwas getan, versicherte der Kanzler. Er verwies unter anderem auf den kürzlich erfolgten Spatenstich für das Bioethanolwerk im Niederösterreichischen Pischelsdorf.
Auf andere Parteien ging Schüssel in seiner Rede nicht ein. Mitbewerber sollten "nicht schlechtgeredet" werden, betonte er. Ein Vertreter dieser Gruppe stand am Sonntag sogar als Gast auf der Rednerbühne: Neben zahlreichen schwarzen Funktionären und VP- Ministern war auch der freiheitliche Klubchef Scheibner gekommen.
"Es ist ganz gut gelungen"
"Es ist ganz gut gelungen, niemand ist perfekt. Ich glaube, hier geht es uns gut." Mit diesen Worten zog Kanzler Schüssel eine Bilanz der bisherigen Regierungsarbeit. Nun müsse der "rot-weiß-rote Erfolgsweg" konsequent weiterentwickelt werden, betonte er in seiner Rede beim Wiener Erntedankfest. Für die ÖVP-Wahlkämpfer hatte der Kanzler und Parteichef einen Appell parat: "Damit es läuft müssen wir alle ein bisschen laufen."
Dem Publikum - das angesichts des schönen Wetters zahlreich erschienen war - legte er die Erzeugnisse der heimischen Bauern ans Herz. Die Landwirtschaft in Österreich sei naturnah und konsumentenfreundlich. Dafür zahle es sich aus, mitunter einen höheren Preis zu zahlen. Als mahnendes Beispiel verwies Schüssel auf den "grauenvollen" Film "Darwins Nightmare", der sich der Fischindustrie am Viktoriasee in Tansania widmet.
Der Wiener ÖVP-Landesobmann Johannes Hahn sprach sich dafür aus, häufiger darauf hinzuweisen, was die Bundesregierung auch für Wien getan habe. Er verwies auf Investitionen in Sachen Bildung, Forschung und Infrastruktur. Auch der U-Bahn-Bau werde zu 50 Prozent vom Bund finanziert, hob der Landesparteichef hervor.
"Nach der Ernte ist vor der Ernte", so Hahn. Nun gehe es darum, die richtige Entscheidung zu treffen, welches Saatgut am 1. Oktober ausgesät werde. Laut Hahn gibt es dafür nur eine richtige Antwort, nämlich "die Volkspartei und Wolfgang Schüssel".
Festansprachen gab es weiters auch von Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch und von Umweltminister Josef Pröll. Die Segnung der Erntekrone wurde von Dompfarrer Anton Faber durchgeführt. Das sechste Wiener Erntedankfest - das bereits am Samstag begonnen hat - stand heuer unter dem Motto "So schmeckt Österreich".
(apa/red)
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