ÖVP startet von hohem Niveau: Erstmals seit 40 Jahren ist Platz 1 zu verteidigen
- Hat 2002 Verluste an Haider-FPÖ fast kompensiert
- Wahl '02 mit Rekordzuwachs von 15,4 Prozentpunkte

·Viele Wahlschlappen,
aber Glücksfall BAWAG
Partei ist seit April in Umfragen wieder voran
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Chronologie der ÖVP seit der Nationalratswahl '02
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Porträt des VP-Politikers, der Platz 1 verteidigt
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Erstmals seit 40 Jahren geht es für die ÖVP bei einer Nationalratswahl darum, den ersten Platz zu verteidigen. Den hat sie bei der vorigen Wahl 2002 mit einem Rekordzuwachs von 15,4 Prozentpunkten erobert. Dementsprechend startet die Volkspartei von relativ hohem Niveau - 42,3 Prozent - in die Wahl.
Ihr historischer Höchststand ist das aber bei weitem nicht: Den verzeichnete die ÖVP bei der ersten Wahl der Zweiten Republik im Jahr 1945 mit 49,8 Prozent. Danach ging die Tendenz stetig nach unten - mit Ausnahme des Jahres 1966, wo die ÖVP noch einmal auf 48,4 Prozent und die absolute Mehrheit der Mandate kam, die ihr die bisher einzigen vier Jahre Alleinregierung erlaubten.
Danach musste die Volkspartei - die bis dahin alle Kanzler der Zweiten Republik gestellt hatte - 30 Jahre warten, bis nach der Wahl 1999 ihr Parteichef Wolfgang Schüssel wieder ins Bundeskanzleramt einziehen konnte. Denn die Jahre der SPÖ-Absoluten bescherten ihr die nächste Talfahrt, die durch die Verluste an die Haider-FPÖ in den 90er-Jahren dramatisch beschleunigt wurde. Die Wahl 1999 brachte den absoluten Tiefpunkt: Mit nur mehr 26,9 Prozent rutschte die ÖVP sogar knapp hinter die FPÖ auf den dritten Platz ab.
Nur zwei Mal legte die ÖVP in den zehn Wahlen von 1970 bis 1999 zu. Was die Bilanz ergibt, dass die Volkspartei nur aus sechs der bisher 18 Wahlen seit 1945 als stimmenstärkste Partei hervorging. 16,9 Prozentpunkte (netto) Verluste musste sie von 1986 bis 1999 verkraften, bis der Rekordzuwachs 2002 - noch nie konnte eine Partei in der Zweiten Republik mehr zulegen - die ÖVP wieder auf das Niveau der 80er-Jahre brachte. Der Wählerschwund aus der Ära Haider wurde beinahe kompensiert, das Wahlergebnis 2002 lag etwas über dem des Jahres 1986 von 41,3 Prozent.
Als Hochburgen der ÖVP unter den Bundesländern haben sich bei der Wahl 2002 Tirol (51,9 Prozent) und Vorarlberg (49,2) bestätigt. Dazu erobert hat die ÖVP Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark, wo sie der SPÖ Platz 1 abgenommen hat, sowie Salzburg von der FPÖ. Womit die ÖVP in sechs Bundesländern Erste ist. In den drei anderen liegt sie wieder auf Platz 2. Mit dem dritten Platz - wie seit der Wahl 1994 in Wien, seit 1990 in Kärnten und bei der Wahl 1999 in Salzburg und der Steiermark - muss sie sich nirgends mehr begnügen.
Der große Erfolg bei der NR-Wahl 2002 setzte sich bei Bundes- und Landeswahlen während dieser Legislaturperiode nicht wirklich fort. Zwar konnte sich die Volkspartei anfangs noch über einige Landtags-Erfolge freuen - wie die Absolute in Niederösterreich und Tirol 2003 sowie Vorarlberg 2004. Die wurden aber überschattet vom Verlust der Mehrheit und des Landeshauptmannes an die SPÖ in den beiden traditionell schwarzen Ländern Salzburg und Steiermark. Die Gesamtbilanz ist negativ: Erstmals seit Mitte der 70er-Jahre hat die ÖVP jetzt österreichweit weniger Landtagswähler als die SPÖ.
Einen Misserfolg bescherte auch die Bundespräsidentenwahl 2004 der ÖVP: Ihre Kandidatin Benita Ferrero-Waldner unterlag dem SPÖ-Kandidaten Heinz Fischer klar.
(apa)
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