Donnerstag, 7. September 2006

Niedriges Bildungsniveau: Misstrauensantrag der Grünen gegen Ministerin Gehrer geplant

  • Kritik an zahlreichen Streichungen von Lehrkräften
  • Van der Bellen: Gehrer habe Pisa-Studie ignoriert

Einen Misstrauensantrag gegen Bildungsministerin Gehrer wird es am kommenden Dienstag bei der von der SPÖ beantragten Sondersitzung des Nationalrates von Seiten der Grünen geben: Parteichef Van der Bellen beklagte am Donnerstag zahlreiche Streichungen von Lehrkräften an den Schulen und kritisierte das oft niedrige Bildungsniveau von Schulabgängern, denen eine Armutsfalle drohe.

Seit Amtsantritt habe Gehrer 5.000 Posten im Pflichtschulbereich gekürzt, sagte Van der Bellen. Zudem habe die Bildungsministerin die Pisa-Studien ignoriert und "alle Warnungen in den Wind geschlagen". Das führe dazu, dass jährlich rund 18.000 Leute auf den Arbeitsmarkt entlassen würden, "die das größte Risiko haben, arbeitslos zu sein und damit einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind".

Die Grünen machen sich auch stark für einen "dreisprachigen Unterricht": Neben Deutsch und einer Fremdsprache sollen an den Schulen auch die Heimatsprachen der Zuwanderer gelehrt werden, da dies einen höheren Lernerfolg bringe. Nachdem dies in den meisten Fällen Serbokroatisch und Türkisch wären, sei das leicht zu bewältigen, so Van der Bellen.

Bei den Universitäten plädierte der Grünen-Parteichef dafür, das Budget zu erhöhen. Derzeit fließe nur 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Hochschulen. Skandinavische Länder würden hingegen zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung dafür bereitstellen, was auch die EU-Kommission empfehle. "Das heißt, eine Verdoppelung des Uni-Budgets würde uns immer noch nicht auf skandinavisches Niveau heben." (apa)

7.9.2006 12:28