Bilanz nach zweiter TV-Debatte: Experten sehen gut vorbereitete Programmabspulung
- SPÖ-FPÖ: Jeder seine Wählerschaft voll befriedigt
- Strache hat sich für Premiere sehr gut geschlagen
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Die Fernsehkonfrontation zwischen Heinz-Christian Strache und Alfred Gusenbauer war eine "gut vorbereitete Programmabspulung" in der beide Spitzenkandidaten ihre eigene Wählerschaft "voll befriedigt" hätten, urteilte der professionelle Politikbeobachter Wolfgang Bachmayer (OGM) unmittelbar nach der Diskussion gegenüber der APA. Der Politologe Peter Filzmaier verwies in der ZiB3 darauf, dass sich beide Kandidaten, speziell Gusenbauer, vor allem im ersten Teil der Debatte an einen "unsichtbaren Dritten", die Bundesregierung gewandt hätten.
Zudem seien beide Kandidaten sehr darum bemüht gewesen, ihre eigenen Themen - bei Gusenbauer z.B. Arbeitsmarkt, bei Strache Ausländer - zur Sprache zu bringen, analysierte Filzmaier. Bei der Ausländerthematik ortete der Politologe hier eine gewisse Annäherung zwischen den beiden, was er auf eine Strategie der SPÖ zurückführt. Man matche sich hier, es gebe quasi den Kampf um den Gemeindebau.
"Ordentlich überrascht" war Bachmayer davon, dass Strache zumindest in der ersten Hälfte "freundlich, fast zahm" bzw. "zurückhaltender und sympathischer als man ihn kennt" agiert habe. Zum Schluss, als die Zeit knapp wurde, habe er aber "unbedingt die vorher vorbereiteten Themen aufbringen wollen". Für seine Premiere in einer TV-Konfrontation habe sich der FPÖ-Chef sehr gut geschlagen.
Gusenbauer wiederum habe sich "während der ganzen Debatte ziemliche entspannt zurückgelehnt" und auch im Schlussdrittel nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der SP-Chef habe beim Familienthema "erstmals die so wichtige Zielgruppe der Frauen ins Spiel gebracht" und damit gepunktet.
Vielleicht seien beide auch noch unter dem Einfluss des Interviews mit Natascha Kampusch gestanden und hätten gespürt, dass sich "in den Wohnzimmern Österreichs eine leicht nachdenklichere und tiefsinnigere Stimmung breit gemacht hat", glaubt OGM-Mann Bachmayer. (apa/red)
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