Mittwoch, 6. September 2006

Grüne setzen weiter auf "Energiewende": Austieg aus Öl, Gas & Atom bis 2050 als Ziel

  • Glawischnig fordert "Aufbruch ins solare Zeitalter"
  • Ab 2010 sollen nur noch Passivhäuser gebaut werden

Die Grünen setzen weiter auf die so genannte "Energiewende" als Kernthema im Nationalratswahlkampf. Vize-Chefin Glawischnig, der Wiener Gemeinderat Chorherr und der oberösterreichische Energielandesrat Anschober präsentierten am Mittwoch die Eckpunkte ihres Konzepts. Zentrale Aussage: Bis 2050 soll der Ausstieg aus Atomenergie, Erdöl und Gas geschafft werden.

Glawischnig betonte, dass Österreich jährlich acht Milliarden Euro für den Import von Energie ausgebe. Mittelfristig könne dieses Geld in Österreich behalten werden. Schon deshalb sei Energiepolitik mehr als bloß Umweltpolitik: Es gehe um Arbeitsplätze, um soziale und wirtschaftliche Fragen und "nicht zuletzt um Krieg und Frieden", sagte Glawischnig. Kriege würden nur um Öl, nicht aber um die Sonne geführt.

Die Grünen warnen vor einem weltweiten Effekt: dem so genannten "Peak Oil", einer Trendwende im Erdölgeschäft. "Rohöl wird dann viel, viel teurer werden, als jetzt." Deshalb lautet das Motto der Grünen Energiewende: "Aufbruch ins solare Zeitalter". Die Sonne bringe täglich 18.000 mal so viel Energie zur Erde, als die globale Wirtschaft an Energie benötige, sagte Glawischnig. Dieses Potenzial sei zu nutzen. "Ab 2010 soll kein einziges Haus mehr gebaut werden, das kein Passiv-Haus ist."

Außerdem kündigte sie im Falle einer Grünen Regierungsbeteiligung eine kostenlose Energieberatung für alle österreichischen Haushalte innerhalb der ersten Legislaturperiode an. In Sachen Verkehr bekennen sich die Grünen weiterhin zur Angleichung der Dieselpreise an die Benzinpreise, den Ausbau von Bus und Bahn, "Verkehrsvermeidung" im Straßenverkehr durch Anhebung der LKW-Maut und finanzielle Bevorzugung von umweltfreundlichen Autos.
(apa)

6.9.2006 13:18