'Vranz' als 'Gusi'-Fan: Ex-Kanzler Vranitzky führt SPÖ-'Fairness-Komitee' zur NR-Wahl
- Hat Überzeugung, dass 'politischer Wechsel hergehört'
- Außerdem 'Winzerkönig' Krassnitzer, Dohnal & Co.
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Kein Prominenten-Komitee, ein Fairness-Komitee haben sich die SPÖ-Strategen für ihren Spitzenkandidaten Alfred Gusenbauer ausgedacht. Der Vorsitzende der Aktion "Neue Fairness", Alt-Kanzler Franz Vranitzky, betonte bei der Präsentation gemeinsam mit Wahlkampfleiter Norbert Darabos Dienstag Vormittag, dass das besondere an der Bewegung sei, dass nicht nur bekannte Gesichter sondern auch ganz normale Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen zur öffentlichen Gusenbauer-Unterstützung gebeten werden. 2.000 bis 3.000 haben laut Darabos von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht.
Im beiliegenden Folder der Kampagne "Menschen für Dr. Alfred Gusenbauer" sind dann auch kaum echte Promis vorzufinden. Als tatsächlich bekannte Wahlwerber aufgeboten werden immerhin "Winzerkönig" und "Tatort"-Kommissar Harald Krassnitzer und Bühnenstar Karl Heinz Hackl. Aus den eigenen Reihen hervorgehoben wird neben Vranitzky Österreichs erste Frauenministerin Johanna Dohnal. Auch an Freunde der Volksmusik hat man mit Kurt Elsasser ("Man muss ihn ja nicht mögen", Darabos - "Wir mögen ihn schon", Vranitzky) gedacht. Eher wenigen bekannt sein dürfte hingegen "Szene-Friseur" Josef Winkler, er ist übrigens nicht für Gusenbauers Styling zuständig, wie Darabos auf Nachfrage versicherte.
Überzeugung, dass "der politische Wechsel hergehört"
Vranitzky hob in der Begründung für das Engagement seine Überzeugung hervor, dass "der politische Wechsel hergehört". Neben Versagen in Bildungs- und Gesundheitspolitik wirft er der Koalition vor, dass sich die Regierung mit der Republik Österreich gleichsetze und dabei vergesse, dass die kritische Diskussion eigentlich das Salz in der Suppe der demokratischen Auseinandersetzung sei. Er, Vranitzky, habe das Vertrauen, dass Gusenbauer in der Lage sei, diese Schwachstellen der österreichischen Politik zu beseitigen.
Zu aktuellen Themen wollte sich der Alt-Kanzler lieber nicht äußern, sei er doch nur eine "noch nicht ganz verklungene Stimme aus der Vergangenheit". Dementsprechend gab es vom "kleinen Rädchen" Vranitzky auch kein Wort zu Koalitionsspekulationen oder zur Frage, ob die SPÖ auch als Juniorpartner in eine Regierung eintreten sollte. Die Einbindung des Liberalen Forums in die Bundesliste der SPÖ bewertete er positiv.
Für Vranitzky ist es übrigens nicht das erste Engagement in einem SPÖ-Personenkomitee, auch vor vier Jahren sei er dabei gewesen. 1999 sei dies noch zu kurz nach seinem Abtritt gewesen. Man wisse ja, in der Politik werde man umso wichtiger, je länger man nicht mehr dabei sei.
Besonders aktiv wird das Komitee während der Kampagne nicht sein, es geht offenbar mehr um eine Deklaration. Nach speziellen Aktivitäten befragt, verwies Vranitzky lediglich darauf, dass man bei diversen Wahlveranstaltungen dabei sein werde, so sei er persönlich unlängst in Wels aufgetreten, auch beim Parteitag in Linz diesen Freitag wolle er anwesend sein.
Konzipiert ist das "Fairness"-Komitee derart, dass man sich über die Homepage "http://www.neuefairness.at" als Gusenbauer-Fan outen kann. Zusätzlich sind laut Darabos 10.000 Folder im Umlauf, über die man ebenfalls seine Sympathien für den SPÖ-Kandidaten kundtun soll. Ziel ist, dass am Ende Komitees herauskommen, in denen sich ganze Gruppen als Fans der SPÖ bzw. ihres Parteichefs outen, wie dies auch in anderen Wahlkämpfen von SPÖ und ÖVP versucht worden war, beispielsweise als "Feuerwehrmänner für Gusenbauer".
(apa/red)
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