Dienstag, 5. September 2006

Martin will's nur jetzt oder nie: Bei Wahl-Misserfolg 'kein neues Angebot von mir'

  • Schüssel oder Gusenbauer? "Keiner von beiden!"
  • Plädiert auf eine verringerte Zahl der Nationalräte

Hans-Peter Martin wird keinen zweiten Anlauf nehmen, falls es am 1. Oktober mit dem Einzug in den Nationalrat nicht klappen sollte. Das erklärte der EU-Abgeordnete in einem Interview mit "Vorarlberger Nachrichten" und "Tiroler Tageszeitung". Bei für seine Liste negativem Ausgang der Wahl werde es "kein neues Angebot von mir auf nationaler Ebene geben", sagte Martin.

Hinsichtlich der Anzahl der Nationalratsabgeordneten meinte Martin, 99 wären "sinnvoll". "Wenn ich 183 Abgeordnete im Nationalrat habe, ist es unmöglich, jeden einzelnen zu kennen", so der EU-Abgeordnete. Gleichzeitig sei die Arbeitsbelastung eines Abgeordneten "gar nicht so groß". Mit 99 Mandataren wären Minderheiten noch berücksichtigt und es fiele leichter, die Abgeordneten zur Verantwortung zu ziehen.

Schüssel oder Gusenbauer? "Keiner von beiden"
Auf die Frage, ob seine Liste bereit ist, Regierungsverantwortung zu übernehmen, verwies Martin auf seine Wähler. Diese könnten sich vieles vorstellen, so lange sich wichtige Vorstellungen wie mehr Transparenz, der Einstieg in verbindliche Volksabstimmungen zum EU-Beitritt der Türkei und der EU-Verfassung sowie eine Abkehr von der überbordenden Verwaltung durchsetzen ließen. Gefragt, ob ihm Bundeskanzler Wolfgang Schüssel oder SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer näher stehe, antwortete Martin: "Keiner von beiden". (APA/red)

5.9.2006 11:29