"Schule ohne Nachhilfe und Sitzenbleiben": Große Koalition nur ohne Ministerin Gehrer
- Reduzierung der Klassenschülerhöchstzahl gefordert
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Gewinn von Grün-, HPM-, Verlust von FPÖ-Wählern
·SPÖ und LIF gehen ein Wahlbündnis ein
Martin kritisiert "peinliche Packelei um Posten"
SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer nützte den Schulstart und versprach "Schule ohne Nachhilfe" unter einer möglichen Regierungsbeteiligung seiner Partei. Zu den geplanten "Akutmaßnahmen" gehört neben alten Forderungen wie die Reduzierung der Klassenschülerhöchstzahlen vor allem ein weitere Idee: "Kein Sitzenbleiben mehr." Für die Eltern sei dies lediglich "kostenintensiv und sinnlos", so Gusenbauer bei einer Pressekonferenz. Der SP-Chef kritisierte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer heftig.
"Die schleichende Privatisierung des Schulsystems reduziert die Chancen unserer Kinder", begann Gusenbauer mit harscher Kritik Gehrer. Diese wolle die SPÖ in einer künftigen Regierung nicht mehr akzeptieren, es handle sich um "eine Überlebensfrage für unser Land". Abhilfe soll - bei einer möglichen Regierungsbeteiligung - das nun präsentierte "Sofortprogramm" schaffen.
Gusenbauer will auch von einem ÖVP-Plan wissen, wonach 7.000 Junglehrer in den kommenden Jahren gekündigt werden sollen. Er bezog sich auf eine Aussage Gehrers, die bemerkt hätte, ebenso viel Arbeitsplätze seien angesichts sinkender Schülerzahlen zu viel. Diese Ressourcen könnten genützt werden, meint nun die SPÖ, indem man etwa 100.000 Ganztagsschulplätze schafft. Ebenso sollten mehr Stützlehrer beschäftigt werden, die Schüler mit Nachholbedarf wieder auf das Niveau der Klasse bringen. Der SPÖ-Slogan dazu: "Schule ohne Nachhilfe."
So sieht dies auch SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal, er erinnerte daran, dass Lehrer immer mehr Schüler mit nicht deutscher Muttersprache zu unterrichten hätten. In den vergangenen sechs Jahren sei diese Zahl gestiegen, nicht aber die Unterstützung für die zuständigen Lehrer durch den Bund. Und auch die Ganztagsbetreuung sei durch "künstliche bürokratische Hindernisse" gebremst worden.
SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl verwies auch auf die hohen Kosten für die Wiederholung eines Schuljahres. Schon allein für Nachhilfe habe man in Österreich in diesem Jahr bereits 140 Millionen Euro ausgegeben. Kuntzl forderte auch die Valorisierung der Schülerbeihilfe. Pro Jahr würden Eltern für ihr Schulkind 1.850 Euro ausgeben.
(apa/red)
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