Sonntag, 10. September 2006

75-%-Klausel für Unis gilt jetzt bundesweit:
Elisabeth Gehrer unterzeichnete Verordnung

  • SP-Broukal ist froh über Klärung des Causa

Die 75-Prozent Klausel für Österreicher beim Medizinstudium gilt jetzt bundesweit und nicht für jede einzelne Medizin-Uni. Eine entsprechende Verordnung hat die zuständige Ministerin Elisabeth Gehrer bereits unterzeichnet und soll am kommenden Dienstag in Kraft treten. SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal begrüßte die Maßnahme: "Erst die Drohung mit einer Sondersitzung" habe der "müden Ministerin Beine gemacht".

Der Hintergrund des Quotentourismus: Zur Auffüllung der 75-Prozent-Österreicher-Klausel hätten in Innsbruck angetretene Studenten nach Wien ziehen müssen und umgekehrt. Rund 100 Studenten wären davon betroffen gewesen.

Ministerin Gehrer und die Rektoren der Universitäten haben sich jetzt geeinigt und gemeinsam eine Lösung ausgearbeitet: Die 75-Prozent-Quote muss bundesweit eingehalten werden, auf den einzelnen Medizin-Unis in Wien, Innsbruck oder Graz kann sie jedoch geringfügig abweichen laut einem Bericht der "Krone".

"Wochenlang war Bildungsministerin Gehrer untätig, erst die Drohung mit der Sondersitzung hat die Ministerin zum Handeln gezwungen", sagte SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal. Die SPÖ hat zur Beendigung des "schikanösen Quotentourismus" für Medizin-Studierende einen Antrag vorbereitet, um den jeweils rund 60 Studierenden in Wien und Innsbruck den Umzug zu ersparen.

Die SPÖ habe das bereits vor fünf Wochen zum ersten Mal gefordert, "aber auch nachdem alle Zeitungen darüber berichtet haben, hat Gehrer kein Ohrwaschl gerührt", so Broukal. "Erst die in Aussicht stehende Blamage vor hunderttausenden Fernsehzusehern hat die Ministerin zum Handeln gezwungen".
(apa)

10.9.2006 14:26