Sonntag, 10. September 2006

Angst vor Terror in Österreich gering: Nur
17 % fürchten Attacke in unserem Land

  • Frauen ängstlicher, Videoüberwachung "sinnvoll"
  • Angst der Österreicher seit 2001 zurückgegangen

Weniger als ein Fünftel - nämlich 17 Prozent - der Österreicher befürchtet fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September in den USA künftige Terrorattacken im Inland. Das geht aus einer aktuellen OGM-Umfrage hervor, die der APA vorliegt. 78 Prozent der rund 500 Teilnehmer befürchten demnach keine Terrorattacken, fünf Prozent machten keine Angaben bzw. antworteten auf die entsprechende Frage mit "Ich weiß nicht". Die Terrorangst der Österreicher ist seit 2001 zurückgegangen.

Kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit knapp 3.000 Toten rechneten im Oktober 2001 laut einer früheren OGM-Umfrage 26 Prozent der Österreicher damit, dass Österreich zum Angriffsziel von Terroristen werden könnte; 71 Prozent rechneten nicht damit.

Nach den Anschlägen auf das Londoner Verkehrssystem im Juli des Vorjahres lag die Angst vor Terrorattacken in Österreich dann unter dem Wert von 2001, nämlich bei 18 Prozent. 81 Prozent der befragten Österreicher sagten im Sommer 2005, sie befürchteten keine Angriffe. Die aktuellen Ergebnisse weisen also im Vergleich zum Vorjahr auf nur geringfügige Veränderungen hin.

Während derzeit zwölf Prozent der Männer Anschläge in Österreich erwarten, sind es 22 Prozent der Frauen. Was das Alter betrifft, ist die Angst vor Terrorangriffen bei älteren Menschen über 50 Jahren (23 Prozent) am weitesten verbreitet.

"Obwohl sich die Österreicher vor Terroranschlägen sicher fühlen, ist der Anteil der Befürworter von Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen und die Überwachung von Handytelefonaten oder Internet signifikant gegenüber dem Vorjahr gestiegen", kommentiert OGM-Experte Peter Hajek ein weiteres Umfrageergebnis. Demzufolge erachten zwei Drittel (67 Prozent) der Österreicher diese Maßnahmen in der Terrorbekämpfung für "sinnvoll", gegenüber knapp mehr als einem Viertel (27 Prozent), die sie für "weniger sinnvoll" halten.

Im Juli 2005 sahen nur 55 Prozent eine Sinnhaftigkeit dieser Überwachungsmethoden, 39 Prozent sahen sie "weniger" gegeben. "Die vereitelten Anschläge (auf Transatlantikflüge) in Großbritannien und Deutschland dürften ihre Spuren hinterlassen haben", meint Hajek.

Das Meinungsforschungsinstitut fragte auch zur Einschätzung der Sicherheit im Vergleich zu anderen EU-Staaten. Dazu der Experte: "Die Sicherheit in Österreich wird (...) deutlich höher eingeschätzt als in anderen Ländern der EU. 41 Prozent sehen mehr Sicherheit in Österreich, nur acht Prozent weniger. Rund die Hälfte der Befragten (48 Prozent) sehen einen gleichen EU-Standard.
(apa)

10.9.2006 12:40