Dienstag, 5. September 2006

Wegen schwerer Körperverletzung: Perser stach Ex-Frau in Kopf - 2,5 Jahre Gefängnis

  • Schläge & Misshandlung: Frau reichte Scheidung ein

Zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft ist im Wiener Straflandesgericht ein 49-jähriger Perser verurteilt worden, der am 21. März 2006 seiner Ex-Frau in ihrer neuen Wohnung am Margaretengürtel mit einem Küchenmesser mehrere Stich- und Schnittwunden im Kopf- und Halsbereich zugefügt hatte. Die Geschworenen verwarfen mit 4:4 Stimmen die auf versuchten Mord lautende Anklage und erkannten auf versuchte absichtliche schwere Körperverletzung. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Der Iraner war im Jahr 2000 mit seiner Familie nach Wien gekommen. 2003 reichte seine Ehefrau die Scheidung ein, weil sie seine Schläge und Misshandlungen satt hatte. Für ihren Mann eine "Schande", die er daher nicht akzeptierte: Er soll in weiterer Folge die Frau jahrelang terrorisiert haben, nachdem er ihre Adresse und ihre Telefonnummer in Erfahrung gebracht hatte. Regelmäßig soll er die Mutter seiner drei Kinder "abgepasst" und verlangt haben, sie müsse zu ihm zurückkehren. Er versuchte auch, seine beiden Töchter davon zu überzeugen, dass sie es besser hätten, würde er wieder bei ihnen wohnen.

Die Ex-Frau erstattete mehrmals Anzeige, im Vorjahr kam es sogar zu einem Prozess wegen gefährlicher Drohung. Weil die Frau und die Kinder bei der Verhandlung nicht aussagen wollten, wurde der Mann freigesprochen.

Heuer wollte er das persische Neujahrsfest nicht alleine feiern. Er rief daher seine Ex-Frau an, die jedoch nicht abhob. Er klopfte an ihrer Tür, die sie ihm nicht öffnen wollte. Doch ihre Kinder baten sie, den Vater ausnahmsweise herein zu lassen.

Kaum war er in der Wohnung, begann er zu schimpfen. Als die Frau in die Küche ging, folgte er ihr und hatte plötzlich ein Messer in der Hand. Laut Anklage rief er "Ich bring dich um!" und stach dann zu.

Vor Gericht verantwortete sich der Mann dahin gehend, er habe vorher zu viel Bier getrunken: "Mir war nicht gut. Ich weiß nicht, was ich gesagt habe. Ich weiß nicht, was ich getan habe." Allenfalls habe er die Frau geschlagen, "aber nicht mit einem Messer, das hat eher ausgeschaut wie ein Schöpfer mit einem Stiel". Auf die Frage, warum er überhaupt handgreiflich wurde, antwortete der 49-Jährige: "Sie hat mich so aufgeregt. Sie ist noch immer meine Frau."
(apa)

5.9.2006 14:22