Freitag, 1. September 2006

Historische Wende: Vatikan verkauft im Internet Fotos der päpstlichen Audienzen

  • Historische Wende in der Medienpolitik des Papstes

Eine historische Wende in der Medienpolitik des Heiligen Stuhls: Die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore Romano" hat eine neue Webseite eingerichtet, (www.photo.va), dank der sowohl private Interessenten als auch Medien Bilder erwerben können, die von den päpstlichen Fotografen bei den Audienzen von Johannes Paul II. und von Benedikt XVI. aufgenommen wurden.

Ein Browser hilft dabei, das Foto zu finden, das man kaufen möchte. Neben Bildern von Johannes Paul II. und seinem Nachfolger bietet die Webseite auch 1.200 historische Fotos an. Zu erwerben sind Bilder von Pius XII. ab Mitte der 30er Jahre sowie seiner Nachfolger, die in einer Datenbank gespeichert sind. Angeboten werden auch zirka 1.000 Fotos aus dem Familienalbum von Johannes Paul II. Sie betreffen seine Kindheit- und Jugendjahre, sowie die Zeit seines pastoralen Dienstes vor der Wahl zum Papst.

Überdies können auch unzählige Bilder aus der Zeit des Pontifikats von Johannes Paul II. erworben werden, die von den beiden päpstlichen Fotografen, Arturo Mari und Francesco Sforza, geschossen wurden. "Es handelt sich um über fünf Millionen Bilder. Nicht alle sind jedoch in der Datenbank zu finden", sagte der Direktor des fotografischen Dienstes, Giuseppe Colombara.

Die Preise für den Kauf der Bilder sind unterschiedlich. Private Personen, die ihr eigenes Bild bei einer Audienz mit dem Papst kaufen wollen, müssen zwischen zwei und 64 Euro je nach Format des Bildes zahlen. Ein digitales Foto kostet acht Euro. Die Speditionskosten betragen sieben Euro.

Teurer sind die Preise für Medien. "Für den Druck der Bilder in Büchern, Kalendern, telefonischen Karten, CDs, DVDs und anderen Gegenständen hängt der Preis des Copyright vom Medium, der Auflage und den Gebrauch ab", heißt es auf der Webseite. Medien, die die Bilder per Mail erhalten wollen, müssen per Kreditkarte im Voraus zahlen. Mit dem Foto wird eine Quittung mit der Genehmigung zur Veröffentlichung gesendet.

Die Einrichtung eines digitalen Fotoarchivs und des Bilderverkaufs im Internet sind der erste Schritt in Richtung einer stärkeren Präsenz des vatikanischen Sprachrohrs "Osservatore Romano" im Internet. Die Zeitung soll künftig auch im Internet zu lesen sein. (apa)

1.9.2006 22:00