Der geheime BAWAG-Business-Plan: Nach Mega-Debakel sollen Profite wieder steigen
- Bis 2011 rund 410 Mio. Euro Jahresgewinn angepeilt
- Stundungsvereinbarung: ÖGB darf 18 Mio. ausgeben
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259 Seiten dick ist ein geheimes Informations-Memorandum der Investmentbank Morgan Stanlex für die BAWAG-Käufer. Angeblich enthält es einen Business-Plan der BAWAG bis zum Jahr 2011. Daraus geht hervor, dass nach dem Mega-Debakel die Profite der Gewerkschaftsbank in den kommenden Jahren wieder kontinuierlich steigen. Unterdessen ist bekannt geworden, dass der ÖGB nach einer Stundungsvereinbarung nur mehr 18 Millionen Euro pro Jahr ausgeben darf.
Heuer werde ein Nettogewinn von 27,7 Millionen Euro erwartet, 2007 96,4 Millionen und 2008 bereits 223,6 Millionen. 2011 wolle die BAWAG dann sogar 409,7 Millionen Gewinn einfahren, berichtet die Tageszeitung "Österreiche".
Das lasse auch den ÖGB hoffen, der einen hohen Kaufpreis brauche, um einen Konkurs abzuwenden, schreibt "Österreich" weiter. Von der Zeitung befragte Investmentbanker gehen anhand des BAWAG-Business-Plans von einem Wert von 2,4 Milliarden Euro oder sogar mehr aus. Nach Meinung der Experten werden Banken derzeit mit dem elffachen Jahresgewinn bewertet. Bei der BAWAG wird als Basis das nächste NormalJahr - 2008 - herangezogen, so das Blatt.
ÖGB darf nur 18 Millionen ausgeben
Der ÖGB darf derzeit nur 18 Millionen Euro pro Monat ausgeben. Von einer entsprechende Stundungsvereinbarung über die ÖGB-Verbindlichkeiten mit der BAWAG berichtet die Zeitung "Österreich" (Sonntag-Ausgabe). Die Kosten für die Stundung werden in einem Papier von Finanzreferent Clemens Schneider mit 59,7 Mio. Euro pro Jahr beziffert. Indes macht der Gewerkschaftsbund laut "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) mit seiner Klagsdrohung gegen die frühere ÖGB-Spitze ernst. Streitwert fürs Erste: zehn Millionen Euro.
Konkret wurden die Schadenersatzforderungen vergangenen Freitag den Beschuldigten übermittelt, betroffen sind Ex-Präsident Fritz Verzetnitsch, der frühere Finanzreferent Günter Weninger sowie der ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner. Sie werden aufgefordert, vorerst zehn Millionen Euro als Wiedergutmachung zu leisten. Ansonsten werde dieser Betrag eingeklagt.
Dass die finanzielle Situation des Gewerkschaftsbunds äußerst trist ist, bestreitet auch Finanzreferent Schneider nicht. Er könne eine Insolvenz des ÖGB im Herbst nicht ausschließen, sagt er in "Österreich".
(apa/red)
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