Dienstag, 29. August 2006

Fritz Verzetnitsch klagt Gewerkschaft:
Der Ex-ÖGB-Boss will 800.000 Euro

  • Hundstorfer kontert: "Wir wollen nicht zahlen"

Der ehemalige ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hat die Gewerkschaft auf 800.000 Euro geklagt. Sein Nachfolger Rudolf Hundstorfer erklärte, man wolle nicht zahlen, "weil wir der Meinung sind, dass die fristlose Entlassung zu Recht erfolgt ist".

Über die Gründe will sich Hundstorfer im "Kurier" angesichts des laufenden Verfahrens nicht äußern: "Wir gewinnen den Prozess".

Verzetnitsch hatte gegen den ÖGB eine Klage eingebracht, nachdem der Gewerkschaftsbund per 30. April das Arbeitsverhältnis für beendet erklärt hatte. Dafür ausschlaggebend dürfte Verzetnitschs geheime Vorgangsweise bei den umstrittenen BAWAG-Geschäften gewesen sein, die in den Augen seines Hundstorfer die Entlassung offenkundig unabdingbar machte.

Der Prozess mit Verzetnitsch wird erst nach den Nationalratswahlen stattfinden. Die ursprünglich auf den 13. September anberaumte Verhandlung wurde auf Mitte Oktober verlegt. Auch am Wiener Handelsgericht, wo unter dem Aktenzeichen 43 Cg 90/06t in der Causa Verzetnitsch ein Verfahren anhängig ist, wird frühestens Ende September die Verhandlung ausgeschrieben werden.

Die von Verzetnitsch geforderten 800.000 Euro setzen sich aus einer vom früheren ÖGB-Chef verlangten Kündigungsentschädigung in der Höhe von 300.000 Euro sowie einer Zusatzpension von 500.000 Euro zusammen. Wegen der Fristlosen fällt Verzetnitsch um diese Ansprüche um. Entscheidet das Arbeitsgericht zu seinen Gunsten, muss der ÖGB zahlen.

(apa/red)

29.8.2006 18:24