Montag, 4. September 2006

Austro-Aktien am Prüfstand: FORMAT bringt
alle wichtigen Analyse-Prognosen bis 2008!

  • Gewinne im ATX werden im Jahr 2007 weiter steigen
  • Nur richtige Aktien bringen in Zukunft richtig Geld!

Für Aktionäre sind die Gewinne des Vorjahres nur noch Schnee von gestern. Was wirklich zählt, ist die Zukunft. Und die Perspektiven sind für die österreichischen Unternehmen weiter ausgezeichnet. So rechnen die Analysten der Wiener Börse damit, dass die Dividenden und Gewinne insgesamt weiter steigen. Der positive Trend hält aus heutiger Sicht noch über zwei Jahre an. Der ATX hat deshalb gute Chancen, die alten Höchststände vom Mai 2006 zu übertreffen. Als Zwischenetappe erwarten Experten, dass der Index der Wiener Börse von derzeit 3.743 Punkten bis Jahresende wieder die 4.000er-Marke erreicht. Das entspräche einem Kurspotenzial von rund sieben Prozent.

Für die Aktionäre sagen die Analysten nicht nur höhere ATX-Stände, sondern zusätzlich noch kräftig sprudelnde Dividenden voraus. Die Ausschüttungen sollen im Jahr 2008 so weit steigen, dass die Dividendenrendite auf Basis der heutigen Kurse bereits auf 2,9 Prozent klettert und damit so manches Sparbuch übertreffen dürfte (siehe Grafik). Diesen Wert errechnet das Datenhaus JCF aus allen in-und ausländischen Analysen, die für die Wiener Börsen in jüngster Zeit erstellt wurden.

Auch bei den Gewinnen zeigt sich ein ähnlich erfreuliches Bild. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) soll laut JCF-Konsensus-Schätzung im Jahr 2008 auf Basis heutiger Kurse bis auf einen Wert von 11 sinken und sich damit entweder auf ein ausgesprochen attraktives Niveau hinbewegen. Oder - was wahrscheinlicher ist - das rechnerische KGV sinkt nicht so weit, stattdessen ist Platz für entsprechende Kurssteigerungen.

Derzeit schätzen die Analysten, dass die Gesamtgewinne aller im ATX vertretenen Werte von heuer 270 Euro im Jahr 2008 auf 350 Euro steigen werden (siehe Grafik Seite 98). Unter der Voraussetzung, dass das KGV des ATX in den nächsten Jahren auf heutigem Niveau von knapp 14 verharrt, hätte der Index im Jahr 2008 ein Potenzial von 4.850 Punkten (errechnet aus 350 Euro Gewinn mal einem KGV von 13,85).

Allerdings gehen die goldenen Zeiten, in denen praktisch alle wichtigen Aktien unisono gestiegen sind, dem Ende zu. Günther Artner, Chefanalyst der Erste Bank für die Wiener Börse: "Schon bei den aktuellen Halbjahres-bilanzen gab es einige Enttäuschungen, etwa die operativen Ergebnisse des Schwergewichts OMV, die den gesamten ATX beeinflusst haben." Auch Roland Neuwirth, einflussreicher Wien-Analyst der Deutschen Bank, sieht zum Halbjahr die - allerdings hochgesteckten Erwartungen - gerade eben erreicht: "Trotz vieler Rekordergebnisse fehlten insgesamt die Überraschungen, um für neue Impulse zu sorgen." Einige positive Überraschungen gab es trotzdem. Erste-Analyst Artner: "Besonders erfreulich war die SBO, wo ausgezeichnete Zahlen berichtet wurden, auch Raiffeisen International war sehr gut. Die Telekom war wenigstens ein bisschen besser als von uns erwartet."

Konjunkturmotor stottert
Das Wachstum ist zwar derzeit sehr kräftig, könnte sich aber bereits im kommenden Jahr wieder verlangsamen. In den kommenden zwei Jahren könnte es bei einigen konjunktursensiblen Unternehmen deshalb sogar zu Gewinnrückgängen kommen. So schätzt zum Beispiel die RCB, dass bei der voestalpine der Gewinn pro Aktie heuer mit 3,69 Euro den Höhepunkt erreicht, um im kommenden Jahr auf 2,99 Euro und 2008 sogar auf 2,69 Euro zurückzugehen. Claudia Vince-Bsteh, Leiterin des Wien-Analyseteams der RCB: "Der Stahlzyklus läuft schon länger als erwartet. Jetzt sinken die produzierten Stahlmengen stärker als die Abnahme, was auf einen Lageraufbau und einen kommenden Preisdruck schließen lässt."

Umso gefragter dürften in den kommenden Jahren Unternehmen sein, die auch in der Flaute noch steigende Gewinne ausweisen werden. Erste-Analyst Artner: "Bei den Banken und Versicherungen sorgen die Töchter in den Reformstaaten in den nächsten zehn Jahren für nachhaltiges Gewinnwachstum. Auch wenn es einmal in einem Land zu vorübergehenden Problemen kommen kann, habe ich insgesamt keine Sorge vor einer wirklichen Krise." Ein Top-Tipp von Artner ist Mayr-Melnhof: "Die Bilanz ist ausgesprochen konservativ, für alle denkbaren Belastungen werden sofort hohe Rückstellungen gebildet. Außerdem ist viel Geld in der Kasse. Wenn dies für Neukäufe genützt wird, wird der Gewinn kräftig steigen."

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4.9.2006 07:53