Platz 4 auf europäischer Wohlstands-Skala: Österreichs Pro-Kopf-Kaufkraft bei 18.545
- Nur Luxemburger, Schweizern & Briten haben mehr
- Wien-Umgebung bei kaufkraftstärksten EU-Regionen
Der Wohlstand der Österreicher wird europaweit nur noch von den Luxemburgern, den Schweizern und den Briten übertroffen. Die reale Kaufkraft pro Kopf und Nase eines jeden Österreichers liegt bei 169 Prozent des europäischen Durchschnitts, bzw. bei 18.545 Euro pro Jahr. Ein jeder Luxemburger verfügt hingegen über 27.270 Euro im Jahr. Im Länder-Vergleich ist Deutschland trotz konjunktureller Schwäche und hoher Arbeitslosenzahl weiterhin der größte Konsumenten-Markt Europas.
Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Nürnberger Marktforschers MB-Research, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Länder-spezifische Kaufkraft-Riese bleibt Deutschland mit über 82 Millionen Deutschen und insgesamt 1.495 Mrd. Euro an Kaufkraft. Damit konzentrieren sich 19,5 Prozent des europäischen Kaufkraftvolumens von fast 7.700 Mrd. Euro auf Deutschland.
Im Ranking der individuellen Kaufkraft (ohne Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten) liegen unsere Nachbarn heuer aber mit 18.140 Euro an Pro-Kopf-Kaufkraft hinter den Österreichern.
Pro Kopf der Bevölkerung wird die Kaufkraftrangliste 2006 von Luxemburg angeführt. Die Einwohner des bedeutenden Finanz- und Verwaltungszentrums verfügen durchschnittlich über etwa 27.000 Euro und liegen damit an der Spitze vor den Schweizern und Norwegern.
Im Wohlstandsvergleich der Europäer werden zusätzlich zum Einkommen auch die Lebenshaltungskosten mit berücksichtigt. In der Reihenfolge dieses "realen" Pro-Kopf-Kaufkraftpotenzials liegt Luxemburg (235 Prozent des europäischen Durchschnitts) vor Schweiz, Großbritannien und Österreich.
Im regionalen Vergleich belegt das Schweizer Steuerparadies Zug, das Wirtschafts- und Finanzzentrum Zürich und Londons bevorzugtes Wohnviertel Inner London-West mit deutlich über 30.000 Euro pro Einwohner und Jahr die Spitzenplätze. In Österreich sind die regionalen Kaufkraft-Gewinner das Wiener Umland (21.790 Euro) sowie die Bundeshauptstadt Wien (21.173 Euro).
In diesen Regionen ist das durchschnittliche verfügbare Einkommen eines Tages höher als ein Monatseinkommen in den meisten Regionen der Ukraine, den ärmsten Regionen der Südosttürkei, Südrusslands, Albaniens, im Kosovo oder in Moldawien, so die Marktforscher.
In den vergangenen fünf Jahren stiegen im russischen St. Petersburg die Einkommen europaweit am stärksten. Das "Detroit des Nordens" verzeichnete einen Einkommens-Zuwachs von 87 Prozent. Ein Wachstum von mehr als 50 Prozent verbuchten auch Moskau, Bratislava, Istanbul, Ankara sowie Sofia.
Wachstumsstärkste Länder seit dem Jahr 2001 sind Russland (+65 Prozent) und die Slowakei (+63 Prozent). Russlands Aufschwung sei getragen durch die massiven Steigerungen bei den Öl- und Gaspreisen. Das slowakische Wirtschaftswunder sei dagegen durch tief greifende Reformen erzielt worden, so die Experten. (apa/red)
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