Nationalbank für Festhalten an Nulldefizit 2008: 3 % Wirtschaftswachstum erreichbar
- Ankauf der Eurofighter lässt Ausgaben ansteigen
Die konjunkturelle Entwicklung läuft besser als ursprünglich angenommen. Die Oesterreichische Nationalbank hält eine Anhebung der Wachstumsaussichten für das laufende Jahre 2006 für "sehr wahrscheinlich". Statt der bisher angekündigten 2,5 Prozent Wachstum im Bruttoinlandsprodukt könnten es heuer knapp 3,0 Prozent werden.
Der wirtschaftliche Aufschwung in Österreich habe in den vergangenen Monaten weiter an Breite gewonnen, führte OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek beim Bankenseminar im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach aus. Mit einem realen Plus von 3,1 Prozent im zweiten Quartal im Jahresabstand - +1,0 Prozent zum Vorquartal - fiel das Wachstum einen viertel Prozentpunkt besser aus als in der gesamtwirtschaftlichen Prognose im Juni erwartet.
Da auch die historischen Wachstumsraten zum Teil nach oben revidiert worden seien, sei eine Anhebung der Wachstumsaussichten für das laufende Jahr "sehr wahrscheinlich". Im Juni ging die OeNB von einem BIP-Wachstum von 2,5 Prozent aus. Setzt sich die bisherige Entwicklung fort, dann sei auch ein Wachstum von knapp 3,0 Prozent "nicht mehr unerreichbar", so Duchatczek. Für 2007 und 2008 geht die Nationalbank weiter von Wachstumsraten von jeweils 2,2 Prozent aus.
Nationalbank für Festhalten an Nulldefizit 2008
Die Oesterreichische Nationalbank pocht auf das vom Finanzministerium in Aussicht gestellte ausgeglichene Budget im Jahr 2008. "Am Ziel eines ausgeglichenen Budgetsaldos 2008 muss unbedingt festgehalten werden", sagte OeNB-Vize-Gouverneur Duchatczek.
Für heuer geht die OeNB von einer Defizitquote nach Maastricht von 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, die sich in den nächsten Jahren auf 1,2 (2007) bzw. 1,0 (2008) Prozent verbessern soll. Diese Defizitquote weiche aber "beträchtlich" von der im Stabilitätsprogramm angekündigten Budgetdynamik ab, die für 2008 ein "ausgeglichenes Budget" verspricht. Um das Nulldefizit zu erreichen, "müssten allerdings strukturelle Maßnahmen im Ausmaß von etwa einem halben Prozent des BIP gesetzt werden", so Duchatczek.
Sei die Budgetentwicklung heuer noch weitgehend von der Steuerreform 2004/05 " und damit einnahmenseitig " geprägt, so dürften in den Folgejahren ausgabenseitige Maßnahmen in den Vordergrund rücken: Pensions- und Verwaltungsreformen würden die Ausgaben ebenso dämpfen wie das Auslaufen von befristeten Maßnahmen zur Ankurbelung von Beschäftigung und Wachstum, zugleich lasse besonders der Ankauf der Eurofighter die Ausgaben vor allem im Jahr 2008 ansteigen.
(apa/red)
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