"Wir sind auf gutem Weg": ÖFB-Team besuchte Planungs-Komitee am Genfer See
- "Planungen fertig, beginnen jetzt, Dinge umzusetzen"
- Auch Top-UEFA-Funktionär sprach ÖFB-Team Mut zu
·Das harte Match um TV-Rechte an EURO '08
Kloiber und ATV sollen sich durchgesetzt haben
·Die große Übersicht
über die EM-Quali '08
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Im August ist der Anpfiff zur Qualifikation ertönt. Hinter den sportlichen Kulissen läuft der organisatorische Countdown für die EURO 2008 in der Schweiz und Österreich schon längst auf Hochtouren. Anlässlich des Trainingscamps des ÖFB-Teams am Genfer See gab der Chief Operation Officer einen Einblick über den Stand der Vorbereitungen. "Die Planungen sind fertig, jetzt beginnen wir, die Dinge umzusetzen", erzählte Martin Kallen.
Der Berner Oberländer ist voll zufrieden, alles sei auf Schiene, das schließe die acht Stadien ebenso ein wie die Sicherheit. Was er sich wünscht ist nur, dass in der Schweiz das Politisieren in Zusammenhang mit dem EM-Turnier weniger wird. Diesbezüglich sei es in Österreich leichter, Vorhaben umzusetzen. Die nächsten Aufgaben sind weitere Abschlüsse von TV-Verträgen - in Österreich läuft nächste Woche die Ausschreibung aus - und die Vorbereitung des Ticket-Verkaufs, der im kommenden März startet.
Für die 31 Spiele steht im allgemeinen Verkauf rund eine Million Karten zur Verfügung. "Ich rechne aber mit drei Millionen Anfragen. Für die Anmeldung hat man einen Monat Zeit, dann wird ausgelost, reserviert, bezahlt und bestätigt", erklärte der 43-Jährige, der von sich sagt, dass er ausdauernd, schnell denkend, risikofreudig, flexibel und manchmal zu nett sei. Pro Anmeldung via Internet (www.uefa.com) werden nur vier Karten reserviert.
"Wir sind auf gutem Weg"
Kallen hat früher für die Eisenbahn gearbeitet, dort die Züge von A nach B geschickt, nun steuert er die Hebel, um gemeinsam mit seinen Mitarbeitern eine perfektes Turnier auf die Beine zu stellen. UEFA-Präsident Lennart Johansson habe im gesagt, die kommende EURO müsse noch besser werden als jene von 2004 in Portugal. "Wir werden diese Bühne schaffen, damit die teilnehmenden Fußballer ihr Spektakel aufführen können. Wir sind auf gutem Weg", versicherte der OK-Chef vor versammeltem ÖFB-Teamkader.
Er sprach Ivanschitz und Co. Mut zu. "Ich hoffe, dass sie weit kommen werden und es ein Riesenfest wird", meinte Kallen und verdeutlichte anhand eines Videos, welche Veranstaltung da auf die Kicker zukommt. Die EURO ist TV-technisch gesehen mit weltweit 4,8 Mrd. Fernseh-Zuschauern hinter der FIFA-WM, aber schon vor Olympia, die Nummer zwei. Kallen präsentierte die Strukturen des EM-OK's und die wichtigsten Termine (Gruppen-Auslosung 2. Dezember 2007) bis zum Eröffnungsspiel am 7. Juni in Basel.
Auch Top-UEFA-Funktionär sprach ÖFB-Team Mut zu
"Der Vortrag hat meinen Spielern deutlich vor Augen geführt, welch besonders großes Ereignis das wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da einer nicht dabei sein will", sagte der beeindruckte ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger, dessen Kapitän Andreas Ivanschitz ob der faszinierenden Bilder ein Gänsehaut-Gefühl bekam. Aber nicht nur Kallen, sondern auch der zweithöchste UEFA-Funktionär nach Johansson, Lars-Christer Olsson, ermuntere das schon drei Spielen einem Erfolgserlebnis hinterherlaufenden ÖFB-Team.
"Wir Schweden waren 1992 in einer ähnlichen Situation und haben dann im eigenen Land als Veranstalter das EM-Semifinale erreicht. Ihr werdet auch erfolgreich sein, ich wünsche ihnen viel Glück", erinnerte der damalige EM-Turnier-Chef, der sich zu einer von zwei Ländern organisierten EURO bekannte. Es müsse für kleine Länder weiter die Chance geben, eine EM zu organisieren. Was die Vergabe der TV-Rechte betrifft sagte Olsson: "Die Übertragungen sollten so viele Menschen wie möglich sehen können".
Unangetastet soll in den nächsten Jahren auch der Austragungsmodus der Champions League bleiben. Eine Absage erteilte der 56-Jährige hingegen dem Video-Beweis. "Viele Unterbrechungen würden dem Sinn des Fußball nicht dienlich sein, Spiele nur in die Länge ziehen und langweilig machen. Ich wäre während eines Football-Spiels in Florida fast eingeschlafen, habe vor dem Ende das Stadion verlassen", so der UEFA-General und wies auf die Einführung der Heat-Set-Kommunikation für die Referees hin.
Die WM 2006 wurde zu einem Erfolg für Europa und für Gastgeber Europa. Sie hätte als fantastisches Event aber mehr begeistert als das Spiel auf dem Feld. "Die Qualität des Sports war nicht so gut wie das Drumherum, es gab große Unterschiede zu 2002. Es ist wichtig, wieder mehr positiven Fußball zu spielen. In Deutschland war es so, dass die Teams zu sehr nicht verlieren wollten, anstatt versucht zu haben, zu gewinnen", kritisierte der Schwede, der sich freilich für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz doch einiges abschaute. "Wir haben in Deutschland viel gelernt für unsere EURO."
(apa/red)










