31.8.2006 14:34

"Die Schweiz von Mittelamerika": Hicke
studiert nächsten Test-Gegner Costa Rica

  • 'Spielen sehr guten, technischen Kombinationsfußball'
  • Ruttensteiner als Spion - Stürmer Kuljic fällt fix aus

Die österreichischen Spieler haben den freien Vormittag im Teamtrainingslager am Genfer See für einen Stadtbummel durch Nyon genützt, der Teamchef beschäftigte sich zur gleichen Zeit mit dem ersten Gegner des Vier-Nationen-Turniers am Samstag in Genf. "Costa Rica ist die Schweiz von Mittelamerika, die Leute in dem Land sind sehr gut ausgebildet", so Josef Hickersberger.

Und so wie dort die Leute seien, trete man auch auf dem Platz auf. "Sie spielen einen gepflegten, sehr guten, technischen Kombinationsfußball. In den Zweikämpfen sind sie vielleicht weniger stark, vertrauen mehr auf ihre Tugenden", berichtete der Teamchef, nachdem er das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen die USA, das die Costaricaner 3:0 gewonnen und damit die Fahrkarte nach Deutschland gelöst haben, auf DVD gesehen hatte.

Die dritte WM-Teilnahme haben die Mittelamerikaner dann mit drei Niederlagen (2:4 Deutschland, 0:3 Ekuador, 1:2 Polen) rasch hinter sich gebracht. Weil es schon im Vorfeld des Turniers viele Verlusttore in Testspielen gegeben hatte, stellte Alexander Guimaraes vom 4-4-2- auf ein 3-5-2-System um. Der 46-Jährige räumte nach Deutschland übrigens seinen Posten, den nun der 55-Jährige Carlos Watson einnimmt, der wieder zur "alten" 4-4-2-Variante zurückkehrte.

Ruttensteiner als Spion
Den jüngsten Stand des Gegners hat ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner im 80 km entfernten Yverdon, wo die Mittelamerikaner ihr Quartier haben und trainieren, als Spion erkundet. Nicht mehr dabei, weil sie ihre Teamkarriere beendet haben, sind Torjäger Paulo Wanchope, der gegen die Deutschen zweimal getroffen hat, Ronald Gomez, Walter Centeno sowie ein Verteidiger. "Die Mannschaft hat zwar wichtige Spieler verloren, aber sie verfügt noch immer über viele gute Leute, die bei der WM nicht zum Einsatz kamen", meint Hickersberger.

"Wir müssen nicht nur gut spielen, sondern vor allem auch die Zweikämpfe gewinnen, da könnten wir Vorteile haben", glaubt der Teamtrainer, der aber nicht so vermessen ist, seine Truppe als Favorit zu bezeichnen. "Das würden die Leute zwar gerne hören, aber das entspricht nicht der Wahrheit. Wir haben drei Spiele verloren und treten gegen einen WM-Teilnehmer an", rückte Hickersberger die Ausgangsposition zurecht. Österreich habe aber die Chance zu gewinnen, Costa Rica sei in Reichweite.

"Wir wollen in erster Linie unser Spiel durchsetzen und uns nicht dem Gegner anpassen", kündigte der 58-Jährige an, der im Nachmittagstraining den Spielaufbau aus der Abwehr unter gegnerischem Pressing simulierte, sowie das Spiel über die Flügel, das Flanken und Abschlüsse üben ließ. Hinsichtlich Aufstellungen sind bisher zwei Entscheidungen gefallen. Jürgen Macho wird, das hat "Hicke" schon vor der Abreise in Wien entschieden, das Tor hüten und Sanel Kuljic kann wegen seiner Innenband-Überdehnung im Knie am Samstag nicht spielen.

Kuljic gegen Venezuela dabei?
Doch für Mittwoch in Basel gegen Venezuela könnte der Schweiz-Legionär vom FC Sion zum Einsatz kommen. "Ich sammle meine Eindrücke während des Training, werde die bestmögliche Elf aufstellen. Meine Spieler sind so intelligent, dass sie das Gefühl haben, ob sie spielen oder nicht spielen werden", meinte der Teamchef zur Aufstellung. Aber immerhin legte sich der Niederösterreicher schon jetzt auf ein 4-4-2 fest. Was nach dem Kuljic-Ausfall bedeutet dürfte, dass Roman Wallner und Roland Linz stürmen werden.

(apa/red)

31.8.2006 14:34
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