30.8.2006 15:50

"Immer Rivalität, aber nur auf Platz": Macho
& Payer im Duell um Österreichs EM-Leiberl

  • Gute Stimmung vor ÖFB-Tournee in der Schweiz
  • Beide Keeper einig: "Aus Fehlern wird man stärker!"

Vor der Abreise zum Trainingslager in die Schweiz mit den Länderspielen gegen Costa Rica in Genf und gegen Venezuela hat Teamchef Josef Hickersberger angekündigt, er werde ein halbes Jahr vor Beginn der EURO 2008 die Tormann-Frage beantworten. Fix ist vorerst, dass im ersten Spiel gegen die Mittelamerikaner Jürgen Macho das österreichische Fußball-Gehäuse hüten und Helge Payer auf der Ersatzbank sitzen wird.

Macho hatte am 12. Oktober 2005 in Wien gegen Nordirland (2:0) zuletzt von Anfang an gespielt und war im jüngsten Länderspiel am 16. August in Graz gegen Ungarn (1:2) für Payer in der 46. Minute eingetauscht worden. Mit der langen Ungewissheit, wer im Sommer 2008 das Einser-Leiberl tragen wird, können beide gut umgehen. Und vor allem können sie auch miteinander gut. "Als Tormann hat man immer Rivalität, aber nur auf dem Platz", sagt Payer.

Macho pflichtet dem Rapidler bei: "Torhüter sind Einzelkämpfer, zwischen uns läuft aber alles so harmonisch und amikal ab, wie ich es noch nie in einem Verein erlebt habe." Dass er nach dem Patzer von Pasching die schlechteren Karten besitzen könnte, glaubt Payer nicht. "Es gibt keine Nummer eins im Team, alles ist offen. Ich habe mir den einen oder anderen Fehler geleistet, das passiert. Ich habe sehr lange fehlerfrei gespielt, das sind die Leute gewohnt, daran wird man gemessen", glaubt der Welser.

Payer: "Aus Fehlern wird man stärker"
Mit der Situation könne und werde er umgehen. "Ich war schon oft auf dem Boden. Ich kenne das, lerne daraus. Fehler macht jeder, aus ihnen wird man auch stärker", sagt der Rapid-Schlussmann, der am 9. August seinen 27. Geburtstag gefeiert hat. Dass Hickersberger seine Wahl Ende 2007/Anfang 2008 treffen wird, ist Payer relativ egal. "Ich habe einen längerfristigen Plan und mein Ziel, das natürlich EM 2008 heißt", gibt sich der zehnfache Teamkeeper kämpferisch.

Für den zwei Jahre älteren Macho, der am 24. August den 29. Geburtstag beging, ist die Ausgangsposition, die EM-Chance gleich. "Es ist noch nichts entschieden, es kann noch so viel passieren. Er und ich werden Fehler machen, es kann auch Verletzungen geben. Jeder muss Leistung bringen,", sagt der Wiener, der keinen Druck spürt, sondern versuchen wird, seine Fehler zu minimieren und von Woche zu Woche im Tor des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern gute Arbeit abzuliefern.

Wenn man fünf, sechs schlechte Partien habe, sei man im Verein weg vom Fenster. "Ich bin gerüstet, meine Ziele für die kommenden zwei Jahren lauten Wiederaufstieg mit den Lauterern und durch Leistung dort Erfolg im Team haben." Vergleiche mit Oliver Kahn und Jens Lehmann um die deutsche WM-Nummer eins stellt der fünffache Internationale nicht an, weil Jürgen Klinsmann seine "Entscheidung viel kürzer vor Turnier-Beginn getroffen" hat.

"Auf jeder Position herrscht ein Konkurrenzkampf"
Team zu einer Einheit formen, zwei positive Resultate erzielen und gute Vorstellungen abliefern - das erwartet der Schlussmann von Österreich in der Schweiz. "Das ist für jeden Spieler eine Qualifikation. Auf jeder Position herrscht ein Konkurrenzkampf, es muss jeder auch im Training alles abrufen, um sein Leiberl für 2008 zu erkämpfen", meint Macho, der im Kader "gute Spieler, gute Legionäre und gute Junge" sieht.

Gegen Costa Rica ist Macho die Nummer eins, wie lange der "Wahl-Deutsche" es bleiben wird, steht in den Sternen. "Ich bin kein Prophet, das hängt von seiner Leistung ab", erklärte Hickersberger, der dem Legionär gute Form bescheinigt. Dass Payer seinem Kollegen den Vortritt lassen muss, begründete der Teamchef so: "Er hat zuletzt nicht besonders gut gespielt."

(apa/red)

30.8.2006 15:50
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