Mittwoch, 30. August 2006

Schinkels Horizont bleibt vorerst violett: Stöger soll glücklosem Trainer beistehen

  • Stronach: Stöger soll "näher an Mannschaft rücken"
  • Gespräch der Top-Veilchen klärte verhärtete Fronten

Die Wiener Austria hält trotz des Fehlstarts in die laufende Saison weiterhin an Trainer Frenkie Schinkels fest. Das bestätigte Markus Kraetschmer gegenüber der APA. Zuvor hatte es in Oberwaltersdorf ein 90-minütiges Gipfeltreffen zwischen Klubmäzen Frank Stronach, Sportdirektor Peter Stöger, Kraetschmer und Stronachs Magna-Statthalter Ernst Neumann gegeben.

Schinkels bleibt zwar weiterhin Trainer, Stronach erteilte jedoch Stöger den Auftrag, wieder "näher an die Kampfmannschaft heranzurücken" und das Tagesgeschäft, sprich das Training mitzugestalten. Im Dezember 2005 hatten die Austrianer beschlossen, dass Schinkels als alleiniger Trainer fungieren und sich Stöger um die Sportdirektor-Agenden kümmern soll.

Stöger stärkt Schinkels den Rücken
Stöger, der wieder stärker in den täglichen Trainingsbetrieb eingreifen wird, gab ein klares Bekenntnis zu Schinkels ab: "Wir sind alle in der Verantwortung, da möchte ich mich gar nicht ausnehmen. Mit der Entscheidung, dass ich mich auch wieder mehr dem sportlichen Betrieb widme, möchte ich Frenkie zusätzlich den Rücken stärken. Wir ziehen das gemeinsam durch, ich drücke mich vor nichts. Entweder wir schaffen das gemeinsam, oder wir fallen gemeinsam."

Laut Kraetschmer hat Stronach beim Meeting vor allem auf die Fortsetzung des "österreichischen Wegs" bestanden. "Der Weg über die Akademie und die Amateure in die Kampfmannschaft soll weitergegangen werden", betonte der FAK-Manager. Man will jedoch weiter auch auf "charakterstarke Legionäre" der Marke Vachousek, Radomski, Tokic oder Blanchard setzen. "Solche Leute sollen den Jungen Stabilität geben und sie führen", erklärte Kraetschmer. Und Stöger fügte zur Legionärs-Charakterfrage hinzu: "Nur wer mitzieht, wird seine Chance bekommen."

Da Magna-Chef Stronach zurzeit in Österreich weilt, nutzte man die Gelegenheit, um auch über eine gemeinsame Zukunft Austria/Magna nach Ende des Magna-Betriebsführungsvertrages (30. Juni 2007) zu sprechen. Dazu trafen einander Kraetschmer und Austria-Präsident Peter Langer sowie die Magna-Vertreter Neumann und Wolfgang Rebernig.

"Es ging dabei um eine Überführung des Betriebsführungsvertrages in einen möglichen Sponsorvertrag. Das Gespräch fand auf einer amikalen Basis statt, die Kooperation soll fortgesetzt werden. Dafür haben wir ein Arbeitsprogramm für die kommenden Monate erstellt", erläuterte Kraetschmer.

Auch für Red-Zac-Team gibt's neuen Plan
Auch hinsichtlich der Amateur-Truppe in der Red-Zac-Liga hat man sich Gedanken gemacht. Künftig sollen wieder jene Jungen eingesetzt werden, die in der Kampfmannschaft weniger zum Zug kommen. Wie etwa Schragner, Ulmer oder Metz. Auf diese Spieler hatte man teilweise bei den Amateuren verzichtet, weil sie um einige Monate zu alt waren und man im Falle eines Einsatzes keine Gelder aus dem TV-Topf erhalten hätte.

Darauf will man laut Austria ab sofort nicht mehr schauen, "denn der Klassenerhalt und die Entwicklung der Spieler sind weit wichtiger als die finanziellen Einbußen", hieß es in einem offiziellen Statement des Vereins. "Das ist auch ein klares Zeichen für unseren Nachwuchs, dass wir für sie auf etwas verzichten und voll hinter ihnen stehen", bekräftigte Stöger.

(apa/red)

30.8.2006 16:19