Sonntag, 3. September 2006

Red Bull sucht Flügel: Motorenfrage bei austro-englischem Team noch immer offen

  • Spätestens im Dezember muss Bolide fahren
  • Entscheidung könnte auch "Schumi" beeinflussen

Mit David Coulthard und Mark Webber hat Red Bull Racing seine Piloten für das "Jahr der Wahrheit" bereits fixiert. Offen ist aber immer noch, mit welchen Motoren das austro-englische Team 2007 in der Formel-1-WM an den Start geht. Es ist nach wie vor nicht auszuschließen, dass der von Adrian Newey gebaute RB3 tatsächlich mit Renault- statt wie bisher mit Ferrari-Motoren antreten wird.

Red Bull hat mit Ferrari einen Vertrag bis 2007. Seit längerem bemüht man sich aber darum, die Ferrari-Motoren an das italienische Schwesternteam Scuderia Toro Rosso weitergeben und selbst mit Renault-Triebwerken zu fahren. Noch immer ist aber nichts unter Dach und Fach, wie Firmenchef Dietrich Mateschitz jetzt in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" gestand: "Es ist offen, ob wir zwei Autos mit Ferrari- und zwei mit Renault-Motoren haben werden oder vier mit Ferrari", sagte Mateschitz in der Samstag-Ausgabe.

Die Weitergabe der italienischen Motoren setzt laut Mateschitz das Einverständnis des Partners Ferrari voraus. "Wenn der nun meint, ein italienischer Motor in einem italienischen Team (Anm.: Toro Rosso) mit einem italienischen Fahrer (Anm.: Tonio Liuzzi) wäre eine gute Sache, dann wäre das auch in unserem Sinn", so Mateschitz in den SN.

Spätestens im Dezember muss Red Bull-Bolide fahren
Teamintern wäre der Tausch kein Problem, denn die Vereinbarung mit Toro-Rosso-Motorenlieferant Cosworth läuft am Jahresende aus. Die Entscheidung müsste nur bald fallen, denn das erste Newey-Auto soll spätestens im Dezember auf die Teststrecke. 2006 hatte Red Bull Racing trotz eines gegenüber dem Vorjahr verdoppeltem Budget kein wirklich konkurrenzfähiges Auto zu Wege gebracht. Und obwohl Red Bull mit den Red-Bull-Junioren ein aufwändiges Fahrer-Nachwuchsprogramm betreibt, sitzen 2007 ein 36-Jähriger (Coulthard) und ein 30-Jähriger (Webber), also zwei "Senioren", in den RBR-Autos.

Entscheidung könnte auch "Schumi" beeinflussen
Womöglich berührt die Red-Bull-Motorentscheidung indirekt auch Michael Schumachers Zukunftsentscheidung. In Istanbul wurde Nicolas Todt, Sohn von Ferrari-Teamchef Jean Todt und Manager von Istanbul-Sieger Felipe Massa, bei Verhandlungen mit Toro-Rosso-Miteigentümer Gerhard Berger gesichtet. Das Fachmagazin "Motorsport aktuell" vermutetet deshalb, dass Ferrari dem Motorentausch zustimmt, wenn dafür Massa bei Toro Rosso geparkt werden kann.

Dann wäre 2007 der Weg frei für ein hochbrisantes Ferrari-Duo Michael Schumacher und Kimi Räikkönen. Ob Schumacher den deutlich jüngeren Räikkönen als letzte große Herausforderung oder eher als zu starke Konkurrenz ansieht, bleibt abzuwarten. Bisher hatte es sich der Deutsche stets so gerichtet, dass er keine Konkurrenz im eigenen Team fürchten musste.

Mateschitz empfiehlt außerdem dem per Saisonende bei RBR nicht mehr weiter beschäftigten Piloten Christian Klien, das angebotene Red-Bull-Cockpit in der US-amerikanischen Champ-Car-Serie anzunehmen. "Christian kann drüben ein Hero werden. Und damit bleibt er auch hier im Gespräch und kann sich auch jederzeit wieder für die Formel 1 anbieten."


(apa/red)

3.9.2006 11:28
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