Sonntag, 3. September 2006

Spanien erstmals Basketball-Weltmeister! Klarer 70:47-Sieg gegen Griechen im Finale

  • Sind damit schon für Olympia '08 in Peking qualifiziert
  • Favorisierte US-Boys holen 'Trostpflaster' Bronze

Dank einer überragenden Defensivleistung hat sich Spanien erstmals den Weltmeistertitel im Basketball geholt. Nach einem 70:47 (43:23) gegen den regierenden Europameister Griechenland im Finale der 15. Titelkämpfe in Japan traten die Iberer damit die Nachfolge des 1998 und 2002 zwei Mal in Serie siegreichen Titelverteidigers Serbien und Montenegro an.

Der Gastgeber der Europameisterschaft 2007 stieg damit in den elitären Kreis jener nun sechs Mannschaften auf, die schon einmal über den WM-Titel jubeln durften. In den vergangenen 43 Jahren hatten nur die Sowjetunion, Serbien-Montenegro (bzw. Jugoslawien) und die USA den Titel erobert, davor waren Argentinien (bei der Premiere 1950) und Brasilien siegreich gewesen. Mit dem Erfolg qualifizierten sich die Iberer auch als zweites Team nach Gastgeber China für das olympische Basketball-Turnier 2008 in Peking.

Vor 18.500 Zuschauern boten die ohne den verletzten Superstar Pau Gasol, ihren besten Werfer und Rebounder im Lauf des Turniers, eingelaufenen Spanier von Beginn weg eine mannschaftlich geschlossen starke Vorstellung, die von einer überragenden Defensivleistung gekrönt war. Nach zwei Dreiern von Jose Manuel Calderon und Juan Carlos Navarro zogen die Iberer 2:30 Minuten vor der erster Viertelpause auf 16:9 davon. Die Hellenen rannten sich immer wieder in Spaniens aggressiver Zonenverteidigung fest.

Mit einem 10:0-Lauf, der erst durch einen Freiwurf von Dikoudis beendet wurde, baute Spanien die Führung auf 28:12 aus. Bis zur Pause (43:23) hatten die kompromisslosen und vor allem von der Dreier-Linie wurfsicher agierenden Rot-Gelben einen 20-Punkte-Polster herausgeworfen. Der regierende Europameister Griechenland, noch im Halbfinale Sieger gegen Topfavorit USA, wirkte hilflos und bot eine schwache Wurfleistung.

Auch in den zweiten 20 Minuten trafen die Griechen, die gegen die USA noch 63 Prozent ihrer Würfe verwandelt hatten und ebenfalls erstmals ein WM-Finale erreicht hatten, nicht einmal ein Drittel ihrer Würfe aus dem Feld (31 Prozent). Angeführt von ihren Guards Calderon und Navarro war Spanien weiter nach Belieben erfolgreich, nach einer ungefährdeten Führung nach dem dritten Viertel (54:34) wurden die abschließenden zehn Minuten zum Schaulaufen zum Titel.

US-Boys holen 'Trostpflaster' Bronze
Der entzauberte Titelfavorit USA hat bei der Basketball-WM in Saitama nach Verpassen des Finales Schadensbegrenzung betrieben und sich die Bronze-Medaille gesichert. Am Tag nach der ernüchternden 95:101-Halbfinalniederlage gegen Griechenland wurde Olympiasieger Argentinien klar mit 96:81 in die Schranken gewiesen. Frankreich holte sich durch einen 64:56-Erfolg gegen die Türkei Platz fünf.

US-Matchwinner war Dwyane Wade mit 32 Punkten, kräftig assistiert von seinen NBA-Kollegen LeBron James und Carmelo Anthony. Der dritte Platz bedeutet zwar eine Verbesserung gegenüber Rang sechs bei der Heim-WM 2002 in Indianapolis, doch der angestrebte Olympia-Fixplatz wurde es nicht. Die Vorentscheidung im "kleinen Finale" brachte das dritte Viertel, der Sieg wurde aber erst in den letzten zehn Spielminuten fixiert.

(APA)

3.9.2006 14:45