Freitag, 1. September 2006

Am Tor zur Champions League: Meister Bregenz fehlen zwei Schritte zur Eliteliga

  • Vorarlberger gegen Litauens Meister mit Heimrecht
  • Handball-Spielertrainer Sigurdsson aber fraglich

Nach den hitzigen Debatten rund um das "Gentleman's Agreement" steht bei Handball-Meister Bregenz nun der Sport im Vordergrund. Gegen den litauischen Meister Viking Malt Panevezys geht es für die Vorarlberger um den Einzug in die Champions-League-Gruppenhase. Beide Partien finden in Bregenz statt, das heutige Hinspiel ist das Heimmatch und das Rückspiel am Sonntag die "Auswärtspartie".

Hinter dem Einsatz des angeschlagenen Spieltrainers Dagur Sigurdsson steht ein Fragezeichen. Eventuell könnte der Isländer je nach Bedarf am Freitag einen kurzen und dann am Sonntag einen etwas längeren Einsatz absolvieren. Für die Neuzugänge wie Andreas Stachelberger, Zdravko Medic oder Nikola Prce ist es die erste große Bewährungsprobe, sie sollen im Sommer ins Ausland abgewanderte Leistungsträger wie Konrad Wilcynski oder Roland Schlinger ersetzen.

Bregenz-Manager Roland Frühstück, der in der vergangenen Saison mit seiner Truppe erstmals in die Eliteliga eingezogen war, meinte über den Gegner: "Eine robuste Mannschaft. In der Defensive stehen sie sehr massiv, da wird ordentlich hingegriffen. Ein Schwachpunkt könnte vielleicht der Tormann sein. Sie spielen einen flotten Konter und im Angriff typisch osteuropäisch: schnelle Ballstafetten und effektiver Schablonen-Handball. Unterm Strich ein unangenehmer Gegner."

Mühsame Vorbereitung
Die Beschaffung von Videomaterial über den Gegner gestaltete sich mühsam, am Sonntag erhielten die Bregenzer aber dann Aufnahmen von drei Panevezys-Partien im Rahmen eines Turniers in Estland. "Wenn auch noch Sigurdsson gesund ist, erhoffe ich mir einiges. Und unsere Bank dürfte um einiges breiter als die des Gegners sein", wagte Frühstück einen vorsichtigen Kräftevergleich.

Warum die Litauer zugestimmt haben, beide Partien in Österreich zu bestreiten, erklärte Frühstück so: "Entweder sie sind der Meinung, dass sie so stark sind und einen Gegner aus Österreich sowieso verhauen. Oder sie sind ohnehin nicht so intensiv auf die Gruppenphase aus."

Dass die Handball-Champions-League und ihre Gruppenphase finanziell nicht einmal annähernd mit jener im Fußball zu vergleichen ist, weiß Frühstück aus der Vorsaison aus eigener Erfahrung: "Die Aufwendungen sind weitaus größer als die Erträge."

(apa/red)

1.9.2006 07:58