Samstag, 2. September 2006

Andauernde Krise in Nahost: Iran sichert Annan volle Kooperation bei Hisbollah zu

  • Iran hilft bei Implementierung des Waffenembargos
  • Vor Ablauf der Atomfrist: Konstruktives Gespräch

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki hat offenbar den Vereinten Nationen im Libanon-Konflikt eine kooperative Haltung Teherans zugesichert. Mottaki habe UNO-Generalsekretär Kofi Annan bei einem Gespräch in Teheran volle Kooperation im Zusammenhang mit der Sicherheitsresolution zum Waffenstillstand zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah zugesagt, sagte ein UN-Sprecher nach der Unterredung.

In dem Gespräch zwischen Annan und Mottaki sei direkt auf den Passus in der Resolution Bezug genommen worden, in dem es um das Waffenembargo gegen die Hisbollah gehe, erklärte UNO-Sprecher Ahmad Fawzi. "Wir freuen uns, das zu hören", fügte der Sprecher hinzu. Genauere Details nannte er nicht. Der Iran gilt als großer Unterstützer der schiitischen Hisbollah-Milizen.

Fawzi meinte ferner, der UNO-Generalsekretär habe vor seiner Teheran-Reise ein längeres Telefongespräch mit dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad geführt. Dieser habe zwar gesagt, er habe Einwände gegen einige - nicht näher präzisierte - Artikel der UNO-Resolution, der Iran werde aber trotzdem an der Implementierung der Entschließung mitwirken.

Die iranische Führung hat sich ihrerseits positiv über ein Treffen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan geäußert. Zwei Tage nach Ablauf der Frist des Weltsicherheitsrates zur Einstellung der Uran-Anreicherung sagte der iranische Chefunterhändler Ali Larijani nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA, die Unterredung am Samstag in Teheran sei konstruktiv verlaufen.

Annans Haltung zur Lösung des Konflikts sei positiv zu bewerten, erklärte Larijani. "Beide Seiten stimmten darin überein, dass die Probleme durch Verhandlungen überwunden werden sollten." Annan hatte der französischen Tageszeitung "Le Monde" gesagt, er glaube nicht, dass Sanktionen alle Probleme lösen könnten. Man müsse jetzt Geduld haben. (apa/red)

2.9.2006 20:26