Samstag, 2. September 2006

Aufstockung internationaler Truppe: Erste italienische Soldaten trafen im Libanon ein

  • Rom mit größtem Kontingent bei der Nahost-Mission
  • Auch Vorhut des belgischen Kontingents unterwegs

Die ersten italienischen Soldaten sind im Zuge der Verstärkung der UNO-Friedenstruppe UNIFIL am Samstag im Süden des Libanon eingetroffen. 150 Mann wurden mit UN-Hubschraubern in die Hafenstadt Tyrus geflogen. Dort sicherten sie zwei Strände, an denen noch am Wochenende weitere 880 Soldaten landen sollen. Auch eine Vorhut des belgischen Kontingents für die Friedenstruppe ist in die Krisenregion abgereist.

Weitere 200 Italiener zur Unterstützung der internationalen Friedenstruppe UNIFIL werden am Sonntag in Beirut erwartet. Dasas Kontingent war am Freitag mit fünf Kriegsschiffen in der Hafenstadt Tyrus angekommen. Mehrere Dutzend der insgesamt 880 Soldaten wurden mit Hubschraubern zu zwei Strandabschnitten geflogen. Nachdem das Meer am Morgen für eine Landung mit Booten zu stürmisch war, beruhigte sich die Lage gegen Mittag, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. "Die Situation erlaubt jetzt eine Anlandeaktion", sagte Admiral Giuseppe De Giorgi.

Wegen des schlechten Wetters wurden einige Fahrzeuge und Geräte nach Nakura südlich von Tyrus umgeleitet. Mit der italienischen Verstärkung umfasst die UN-Truppe nun 3.250 Mann. Der französische UNIFIL-Kommandant Alain Pellegrini sagte, die Ausweitung der Truppe sei ein Wendepunkt. "Wir werden mehr Leute haben, bessere Ausrüstung. Wir haben die Möglichkeit, zur Erfüllung unseres Auftrags Gewalt einzusetzen." Der Waffenstillstand sei brüchig, und jeder Zwischenfall könne zur Eskalation führen.

Die belgische Vorhut - drei Militärs - soll nach einem Bericht des flämischen Rundfunks VRT vom Samstag die Lage erkunden und Unterkünfte für die knapp 400 Mann starke Einheit suchen. Zusammen mit Armeeangehörigen anderer Länder sollten sie überdies Möglichkeiten für die Zusammenarbeit beim Nachschub prüfen, sagte eine Armeesprecherin. Ende September oder Anfang Oktober soll das belgische Libanon-Kontingent mit 394 Militärs fertig stationiert sein.

Italien ist nach Frankreich, das 250 Soldaten entsandt hat, das bisher einzige Land, das Truppen zur Verstärkung der UNIFIL in Marsch gesetzt hat. Die Italiener stellen das größte Kontingent und übernehmen im kommenden Jahr - von den Franzosen - auch das Kommando über die dann insgesamt 15.000 Soldaten. Diese sollen gemeinsam mit libanesischen Soldaten nach dem 34-tägigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah die Lage stabilisieren. (apa/red)

2.9.2006 15:41