Nach Libanon-Krieg: Hunderte Israelis wollen Land Rücken kehren und auswandern
- Vor allem Menschen in Nordisrael wollen gehen
- Anfragen für Auswanderung nach Kanada verfünffacht
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Nach dem Krieg gegen den Libanon steigt die Zahl der Israelis, die ihrem Land den Rücken kehren wollen. Die Anfragen zur Auswanderung nach Kanada hätten sich seit der Juli-Offensive verfünffacht, sagte eine Sprecherin der kanadischen Botschaft in Tel Aviv. Die meisten Anfragen kämen aus Nordisrael, wo fast täglich Raketen der Hisbollah aus dem Libanon eingeschlagen waren. Nach Angaben der Botschaftssprecherin meldeten sich derzeit täglich etwa 50 Interessenten, zuvor lag der Schnitt bei zehn.
Die Zeitung "Maariv" berichtete, hunderte Menschen in Nordisrael bereiteten sich wegen der unsicheren Lage auf einen Umzug ins Ausland vor. Besonders Einwanderer aus der früheren Sowjetunion zeigten Interesse an einer Auswanderung, sagte ein Regierungsvertreter. Demnach stiegen die Anträge bei der russischen Botschaft für eine Passverlängerung mit Blickrichtung auf eine Rückkehr nach Russland deutlich an. Viele Menschen fühlten sich wegen der Raketengefahr von den Behörden im Stich gelassen, schreibt "Maariv".
Nach Schätzungen israelischer Medien kehren seit Ende 2000 jährlich zwischen 10.000 und 15.000 Menschen Israel den Rücken. Die Zahl der Einwanderer liegt bei gut 20.000 pro Jahr. Für das laufende Jahr erwarten die Behörden 24.000 Immigranten.
(apa/red)
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