Drei Häftlinge getötet: Vier US-Soldaten droht wegen Mordes im Irak Todesstrafe!
- Wollten Tat mit angeblichem Fluchtversuch vertuschen
- Drohten auch einem Kollegen mit dem Umbringen
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Wegen Mordes an irakischen Häftlingen droht vier US-Soldaten die Todesstrafe. Dies berichteten die "Los Angeles Times" und die "Washington Post" unter Berufung auf einen Untersuchungsbericht der Armee.
Demnach wird den vier Soldaten vorgeworfen, am 9. Mai drei Iraker vorsätzlich getötet zu haben, die nahe Muthana in der Provinz Salaheddin inhaftiert waren. Anschließend hätten sie versucht, dies zu vertuschen, indem sie angaben, die Häftlinge hätten einen Fluchtversuch unternommen. Einem anderen US-Soldaten hätten sie mit dem Tode gedroht, falls er sie verraten würde.
Die Soldaten waren im Juni wegen Mordes, versuchten Mordes, Komplotts, Bedrohung und Behinderung der Justiz angeklagt worden. Die vier Männer plädieren auf unschuldig. Laut "Los Angeles Times" ist die Verhängung der Todesstrafe bei der US-Armee äußerst selten. Der bisher letzte Fall gehe auf das Jahr 1961 zurück. Damals sei ein in Europa stationierter US-Soldat hingerichtet worden, weil er ein Kind vergewaltigt und anschließend versucht hatte, es umzubringen.
Ein US-Militärermittler forderte einem Anwalt zufolge die Todesstrafe für die vier Soldaten. Der ermittelnde Offizier habe besonders schwerwiegende Umstände in dem Fall festgestellt, sagte Paul Bergrin, der einen der vier Soldaten verteidigt. In dem zehnseitigen Dokument werde den Männern vorgeworfen, die Häftlinge vorsätzlich getötet zu haben. Die Beschuldigten dagegen gaben an, sie hätten sich lediglich selbst verteidigt, nachdem die Iraker einen Fluchtversuch unternommen hätten.
Dieser angebliche Fluchtversuch sei in dem Bericht des Ermittlers in Frage gestellt worden, sagte Bergrin. Der Bericht folgte auf eine Anhörung im vergangenen Monat, in der festgestellt werden sollte, ob für einen Prozess genug belastendes Material vorhanden ist.
Das US-Militär äußerte sich nicht zu der Empfehlung. Die Entscheidung darüber liege bei dem Kommandanten der Division, der die Soldaten angehörten, sagte eine Armeesprecherin in Bagdad. Dieser habe sich noch nicht entschieden.
(apa/red)
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