Weltsicherheitsrat nimmt Resolution an: 17.000 UNO-Soldaten nach Dafur entsendet
- Sudanesische Regierung ist gegen die Stationierung
- Bisher starben 300.000 Menschen in Bürgerkrieg
·Hunderttausende in Darfur in akuter Not
Menschenrechtler gegen Willkür der Behörden
·Darfur: Einladung an UN-Friedenstruppen
Nach Friedensabkommen bleibt Lage gefährlich
·Rebellen doch für Darfur-Friedensplan
Andere Gruppe lehnt US- Vermittlung weiterhin ab
·100 Millionen Euro Soforthilfe für Darfur
200.000 Menschen in den letzten 3 Jahren getötet
·Niedrigster Stand bei Flüchtlingen seit 1981
"Höherer Barrieren" Hauptgrund für Rückgang
Der UN-Sicherheitsrat hat sich am Donnerstag auf die Entsendung einer Friedenstruppe für die sudanesische Bürgerkriegsregion Darfur geeinigt. Allerdings muss dem Einsatz von verschiedenen Agenturmeldungen zufolge 17.000 bis zu 22.500 Soldaten und Polizisten noch die sudanesische Regierung zustimmen, die sich vehement gegen einen Blauhelm-Einsatz gewehrt hat. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, sagte jedoch, die UN könnten sich mit dem Sudan schneller auf einen Einsatz einigen, wenn der UN-Beschluss erst einmal gefasst sei.
Die von den USA und Großbritannien hatten die Resolution eingebracht. Die UN-Truppe soll als Ersatz oder Aufstockung für die bisherige Darfur-Truppe der Afrikanischen Union (AU) dienen. Bei der Abstimmung im Sicherheitsrat enthielten sich Russland, China und Katar. Das Mandat für die etwa 7000 AU-Soldaten endet am 30. September; für eine Verlängerung fehlt den afrikanischen Staaten jedoch das Geld. Die UN-Truppe dürfte dem Resolutionstext zufolge alle nötigen Mittel einsetzen, um die Zivilbevölkerung sowie UN-Einrichtungen gegen Angriffe zu verteidigen. Die UN müssten nun entschlossen vorgehen, um den "Völkermord im Sudan" aufzuhalten, sagte Bolton.
Bei den anhaltenden Kämpfen in Darfur sind in den vergangenen drei Jahren bisher Zehntausende Menschen ums Leben gekommen, mehr als 2,5 Millionen Einwohner befinden sich auf der Flucht. Ein ranghoher UN-Beamter hatte vor kurzem im UN-Sicherheitsrat davor gewarnt, dass in Darfur sich eine weitere Katastrophe anbahne und viele Menschenleben in Gefahr seien.
An Ort und Stelle gingen unterdessen die Kämpfe offenbar weiter. Truppen der sudanesischen Armee griffen nach Rebellenangaben Dörfer im Westen des Landes vom Boden und aus der Luft an. Die Offensive habe bereits vor zwei Tagen begonnen, sagte ein Rebellenanführer. Die Soldaten hätten unter anderem die Stadt Kulkul angegriffen und eingenommen. Ein Armeesprecher erklärte dagegen, es befänden sich keine Truppen in der Stadt. Es gäbe auch keine neuen Kämpfe.
Die anhaltende Gewalt in Darfur hat die Hilfslieferungen in die Krisenregion auf den niedrigsten Stand zurückfallen lassen, seit der Konflikt vor dreieinhalb Jahren entflammte. Am Donnerstag wurde der Tod eines weiteren Hilfsarbeiters bestätigt. Damit stieg die Zahl getöteter Hilfsarbeiter auf insgesamt zwölf seit Mai, als die Regierung und einige Rebellengruppen ein brüchiges Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten.(apa)
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