Dienstag, 5. September 2006

Kampusch wünscht sich eine Ausbildung: Kontakt mit Stadtschulrat aufgenommen

  • Anwalt: "Soll in 5 Jahren vernünftig leben können"
  • Als "zarte, sehr nett, gescheite Frau" beschrieben

Natascha Kampusch wünscht sich nach Angaben ihres Rechtsanwalts Günter Harrich eine Ausbildung. Er selbst wolle dazu beitragen, "dass sie in fünf Jahren halbwegs vernünftig leben kann", sagte er der APA.

Harrich hat Natascha Kampusch bisher ein Mal gesehen und sich eine Stunde mit ihr unterhalten. "Sie ist eine zarte, sehr nette, gescheite Frau, die intellektuell unglaublich talentiert ist", beschrieb der Anwalt die 18-Jährige. Sie beschäftige sich "vor allem mit Schreiben, Malen, Lesen, Reden". Der Wiener Stadtschulrat hat mit ihrem Beraterteam wegen der Frage der Ausbildung Kontakt aufgenommen.

Auf Wunsch seiner Mandantin hat Harrich für sie unter anderem Kosmetika gekauft. Da Natascha Kampusch derzeit ohne finanzielle Mittel da steht, musste der sie betreuende Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich "einspringen", damit sich die junge Frau überhaupt kleinere Dinge des täglichen Lebens leisten kann. Friedrich gab ihr 50 Euro. Ihr Anwalt hat beim Bundesbehindertenamt einen Antrag nach dem Verbrechensopferhilfegesetz eingebracht, so dass sie mit einer Entschädigung für Verdienstentgang sowie einem Ersatz für die Therapie- und Heilungskosten rechnen kann.


(apa/red)

5.9.2006 15:48