Ohne Nataschas Genehmigung: Hohe Strafe für ein aktuelles Foto des Entführungsopfers
- Friedrich: "Hat keine Einwilligung für Bilder gegeben"
- Medien würden angeblich bis zu 70.000 Euro zahlen
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Der Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich hat am Dienstagabend darauf hingewiesen, dass eine Veröffentlichung eines aktuellen Bildes von Natascha Kampusch ohne ihre schriftliche Einwilligung eine hohe Pönale nach sich ziehen würde. Vor dem Hintergrund der Informationen, wonach Medien versuchen würden, mit bis zu 70.000 Euro ein Foto aufzutreiben, sagte Friedrich: "Natascha Kampusch hat keine Einwilligung für ein Bild gegeben."
Eine von Natascha Kampusch nicht genehmigte Bildveröffentlichung wäre "in jedem Fall geeignet, ihre berechtigten Interessen zu verletzen", hatte zuvor schon der Wiener Medienrechtsexperte Michael Pilz gesagt. Man dürfe ihr nicht den "letzten Zipfel ihrer Anonymität nehmen". Sollte Natascha Kampusch gegen ihren Willen fotografiert werden, rät ihr Pilz, den Fotografen bzw. das betreffende Medium zu klagen. Die Klage wäre auf Unterlassung der Bildveröffentlichung zu richten, wobei der jungen Frau auch ein Entschädigungsanspruch zukommt. "Die Summe wäre nach oben offen", meinte Pilz. Wäre er Natascha Kampuschs Rechtsberater, würde er "einen sechsstelligen Euro-Betrag geltend machen."
Der Preis für ein Exklusivfoto soll dem Vernehmen nach bei 70.000 Euro liegen. Die "Kronen Zeitung" hatte am Dienstag empört dementiert, ein solches Angebot Polizisten unterbreitet zu haben, wenn sie ein Bild der 18-Jährigen beschaffen. Auch bei der am kommenden Freitag startenden Tageszeitung "Österreich" wies man Spekulationen über das Zahlen hoher Summen für ein Kampusch-Foto bzw. -Interview als "völligen Unsinn" zurück. (apa/red)
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