Sonntag, 3. September 2006

'Beschämendes Armutszeugnis': Grün-Kritik
an wenig Redezeit für Frauen im Parlament

  • Glawischnig: Bei ORF-Übertragung Frauen verdrängt

Als "beschämendes Armutszeugnis" für die anderen Parteien hat die Grüne Vizechefin Eva Glawischnig den geringen Frauenanteil bei den Redezeiten im Parlament bezeichnet. Bei SPÖ, ÖVP und BZÖ samt Freiheitlichen liege der Prozentsatz der Reden von Frauen im Fall von ORF-Liveübertragungen sogar noch unter dem Anteil, mit dem Frauen in diesen Parteien im Hohen Haus vertreten sind, kritisiert Glawischnig. Allein bei den Grünen werde der schon mit 52,9 Prozent am höchsten liegende Frauenanteil unter den Abgeordneten bei der Frauenredezeit mit 53,9 Prozent noch überschritten.

Dagegen gebe die Situation vor allem bei der SPÖ zu Sorge Anlass. Dort gebe es 34,8 Prozent weibliche Abgeordnete, die Redezeitstatistik im Nationalrat in der Legislaturperiode von Dezember 2002 bis Juli 2006 weise aber nur einen Frauenanteil von 26,6 Prozent auf. Dies bedeute, dass "Frauen von der politischen Bühne verdrängt werden, wenn die Scheinwerfer angehen", so Glawischnig gegenüber der APA. Bei der ÖVP gebe es 26,6 Prozent Frauen, die wiederum nur 22,1 Prozent Redezeit gehabt hätten, bei BZÖ und FPÖ gemeinsam liege die Frauenquote bei 33,3 Prozent, die Frauenredezeit aber nur bei 23,9 Prozent.

Glawischnig meinte, diese Zahlen zeigten, dass Frauenanliegen für SPÖ, ÖVP und BZÖ kein Anliegen seien. "Wie wollen diese Parteien die Gesellschaft zum Besseren verändern und etwas für Frauen erreichen, wenn sie nicht einmal die eigenen Frauen im Parlament zu Wort kommen lassen". (apa/red)

3.9.2006 10:30