Donnerstag, 31. August 2006

ALLE INFOS: Das war die NR-Wahl 2002 - Größte Wählerverschiebung der 2. Republik

  • ÖVP brach den Zuwachs-, FPÖ den Minus-Rekord
  • PLUS: Alle Ergebnisse der bisherigen 18 Wahlen

Bei der Nationalratswahl 2002 war die Wählerschaft mobil wie nie zuvor - und zwar vor allem zwischen den beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ. Die ÖVP fuhr mit plus 15,4 Prozentpunkten den größten Zuwachs aller Nationalrats- und Landtagswahlen seit 1945 ein. Die FPÖ musste hingegen mit minus 16,9 Prozentpunkten den größten in der Zweiten Republik auf Bundes- und Landesebene jemals erlittenen Verlust hinnehmen.

Der Rekord-Zuwachs bei einer Nationalratswahl waren bis zur vorigen Wahl 6,9 Prozentpunkte der FPÖ im Jahr 1990. Im selben Jahr erlitt die ÖVP den bis 2002 größten Verlust von minus 9,2 Prozentpunkten.

Bis 2002 hatte es bei Nationalratswahlen im österreichweiten Gesamtergebnis noch nie zweistellige Zugewinne oder Verluste gegeben. Nur bei einzelnen Landesergebnissen gab es Veränderungen um mehr als zehn Prozentpunkte. So fiel die ÖVP 1949 und 1990 in einigen Ländern um mehr als zehn Prozentpunkte zurück, die SPÖ 1994 in Wien. Knapp zweistellige Gewinne konnte bis zur vorigen Wahl nur die FPÖ verbuchen, 1986 in Kärnten und 1990 in Wien.

Der bis 2002 größte Zuwachs der ÖVP im österreichweiten Nationalratswahl-Ergebnis waren 4,7 Prozentpunkte im Jahr 1956 unter Julius Raab. Im selben Jahr fuhr die FPÖ ihren bis zur vorigen Wahl größten Verlust von 4,5 Prozentpunkten - unter Anton Reinthaller - ein.

Der größte Zuwachs der SPÖ bei Nationalratswahlen waren 5,8 Prozentpunkte 1970 unter Bruno Kreisky. Davon blieb sie bei der Wahl 2002 mit plus 3,4 Prozentpunkten deutlich entfernt. Die Grünen haben zwar um 2,1 Prozentpunkte zugelegt und damit ihr bisher bestes Ergebnis überschritten. 1999 wuchsen sie - in der ersten Wahl unter Alexander Van der Bellen - aber stärker, nämlich um 2,6 Punkte.

Bei Landtagswahlen sind der bisher größte Verlust die minus 15,9 Prozentpunkte, die in Tirol die ÖVP bei der ersten Wahl nach dem Rückzug Edurard Wallnöfers erlitt. Den größten Zuwachs bei Landeswahlen konnte die FPÖ 1989 in Kärnten mit 13,0 Prozentpunkten erreichen.
(apa)

31.8.2006 10:35