"Überheblich, arrogant und abgehoben": Empörung über Schüssels Nein zu TV-Duellen
- Glawischnig: Vertreter Grasser ist "kein ÖVP-Mitglied"
- SP-Cap: Schüssel versucht sich immer "zu drücken"
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Die erste ORF-TV-Konfrontation zwischen ÖVP und Grünen sorgt für Aufregung. Dass die ÖVP Finanzminister Karl-Heinz Grasser gegen Alexander Van der Bellen ins Rennen schickt, empört die Grünen. So fragt sich deren stellvertretende Bundessprecherin Eva Glawischnig, warum Bundeskanzler und VP-Chef Wolfgang Schüssel nicht selbst in den Ring steigen werde. Als "überheblich, arrogant und abgehoben" bezeichnete sie dessen Entscheidung.
"Hochmut kommt vor dem Fall", sieht Glawischnig nun ein Omen für die kommende Nationalratswahl, offenbar sei Schüssel nervös und auf Tauchstation. "Wir diskutieren gerne mit Grasser", trotzdem sei die Entscheidung der ÖVP eine Brüskierung von einer Million Fernsehzuschauern. Außerdem brüste sich der Finanzminister damit, nicht ÖVP-Mitglied zu sein, so Glawischnig weiter, bis jetzt sei er auch auf keiner Liste für die Wahl zu finden. In Richtung Schüssel meinte sie: "Das ist wie Mikado: Der erste, der sich bewegt, hat verloren."
Vorausgegangen ist der grünen Aufregung ein ORF-Brief vom 26. Juli des Jahres an alle Parlamentsparteien, in dem gebeten werde, "nach Möglichkeit Spitzenkandidaten zu entsenden". "Im Falle einer hochrangigen Vertretung" solle man dies eine Woche vor Sendetermin bekannt geben, zitierte Glawischnig weiter aus dem Schreiben. Dies hatte die ÖVP auch getan - was aber den Grünen nicht genug ist: "Wir möchten eine Stellungnahme von Informationsdirektor Gerhard Draxler und eine saubere Lösung von Seiten des ORF", für den dieser Fall nun eine "Nagelprobe" sei.
Und auch die SPÖ ließ die Kanzler-Absage in Sachen TV-Duell nicht kalt, "Schüssel versucht, sich wo es geht vor öffentlichen Auftritten und Konfrontationen mit politisch Andersdenkenden zu drücken", meinte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap in einer Aussendung. In der ÖVP sei sogar der völlige Verzicht Schüssels auf jede TV-Konfrontation diskutiert worden, um den Obmann aus der Schusslinie zu nehmen.
ÖVP: "Gibt noch genug Gelegenheiten"
Die ÖVP verteidigt ihr Vorgehen bezüglich der ersten ORF-TV-Konfrontation, nicht Bundeskanzler Schüssel, sondern Grasser gegen den Grünen Bundessprecher Van der Bellen ins Rennen zu schicken. So brauche man sich keine Sorgen zu machen, betonte ÖVP-Generalsektetär Reinhold Lopatka , es werde noch genug Gelegenheiten geben, mit Schüssel zu diskutieren. Man habe sich entschieden, "die gesamte Kompetenzbreite aufzuzeigen".
(apa/red)
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