ÖGB-Boss im Gleichgewicht: Mitglieder- befragung beginnt auf wackeligem Boden
- Hundstorfer wünscht sich 250.000 Rückmeldungen
·ÖGB-Haftung: Leitl verteidigt Verzetnitsch
Hätte Haftungserklärung wohl auch übernommen
·BAWAG: Amon wirft ÖGB-Spitze Lüge vor!
Gewerkschaft mit "3,2 Mrd. Euro verschuldet"
·Schulden des ÖGB schon bei 2,66 Mrd. ?
SPÖ vertuscht laut ÖAAB- Amon Pensionskürzung
Der ÖGB hat den Startschuss zur Mitgliederbefragung über die anstehende Gewerkschaftsreform gegeben. Präsident Rudolf Hundstorfer verteilte in der Zentrale der Wiener Feuerwehr die ersten gedruckten Fragebögen und appellierte an die dort Beschäftigten, sich eifrig zu beteiligen. Insgesamt erhofft der ÖGB-Präsident, dass sich etwa 20 Prozent aller Gewerkschaftsmitglieder zu einer Rücksendung bewegen lassen - das wären in etwa 250.000 Personen.
Und weil es dem ÖGB-Chef derzeit nirgendwo leicht gemacht wird, sollte es auch bei der Feuerwehr nicht anders sein. Just auf einer Buffet-Terrasse mit stark schwingendem Boden musste Hundstorfer Fragebögen und Kuverts an den Feuerwehrmann bringen. Zumindest wurde er in seiner Heim-Gewerkschaft GdG durchaus freundlich bedacht. Alle Anwesenden versprachen, sich an der Aktion zu beteiligen. Nach einem Foto-Termin vor dem Feuerwehrauto durfte sich Hundstorfer schließlich auch noch einen Kaffee in den Reihen der Belegschaft gönnen.
Fragen zu den ÖGB-Finanzen musste sich der Präsident nur von Journalisten anhören. Dabei betonte er wie schon zuvor Clemens Schneider, ein weiteres Mal, dass sich der Gewerkschaftsbund nicht in Insolvenz befinde. Auch plane man nicht, die Regierung um eine Finanzspritze anzupumpen, wie dies im "profil" vermutet worden war.
Offizieller Beginn der Mitgliederbefragung war eigentlich erst der Montag. Seit diesem Zeitpunkt haben ÖGB-Mitglieder, aber auch sonstige Interessierte, bis 18.Oktober Zeit, ihre Positionen zu wichtigen gewerkschaftlichen Themen bekannt zu geben. Unter anderem will der ÖGB wissen, welche Bereiche für Gewerkschaftsmitglieder besonders wichtig sind, etwa das Verhandeln von Kollektivverträgen oder Service-Angebote wie Zusatzversicherungen. Zusätzlich abgefragt wird die allgemeine Zufriedenheit mit dem ÖGB, bzw. wie dieser seine Aufgaben bisher wahrgenommen habe.
Das größte Interesse wird wohl jenem Fragenblock zukommen, der sich mit den möglichen Reform-Maßnahmen befasst. Eruiert werden soll unter anderem, ob die ÖGB-Mitglieder mehr Urabstimmungen wollen, ob verstärkt Frauen und Junge in die Führung der Organisation aufgenommen werden sollten, oder aber ob eine Stärkung der Überparteilichkeit gewünscht ist. Ein klares Ja zu erwarten ist wohl auf die Frage, ob bezahlte Mehrfachfunktionen abgeschafft werden sollen, sowie zum Thema Offenlegung der Einkommen von Spitzenfunktionären. Nicht nachgefragt wird übrigens zu den heiklen Gewerkschaftsthemen stärkere Zentrale oder stärkere Teilorganisationen, sowie zur Direktwahl des Präsidenten.
Die Umfrage wird anonym durchgeführt. Teilnehmen können Interessierte, indem sie den Fragebogen von der Homepage www.oegbreform.at herunterladen. Er ist auch einer Ausgabe der Mitgliederzeitschrift "Solidarität" beigelegt. Wenn all das nicht funktioniert, kann das Papier auch unter der Hotline 0800 57 77 44 angefordert werden. (apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
