Debatte um Zentralmatura entbrannt: Gewerkschaft sieht Schwerpunkte in Gefahr
- Gehrer will Vereinheitlichung der Matura prüfen
- Schülerunion steht dem Vorstoß positiv gegenüber
·Gehrer: PISA-Studie
"stark überbewertet"
Ministerin: "Müssen nicht an der Spitze liegen"
·"Bildungspolitische Totalversagerin"
SPÖ-Schaunig schießt scharf gegen Gehrer
·Ausbau ganztägiger Schulen erwünscht
Nachhilfe eindämmen:
AK sucht nach Ausweg
Bildungsministerin Gehrer will die Matura österreichweit vereinheitlichen. Sie kündigte die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zur Prüfung des vereinheitlichten Matura-Niveaus an, was zahlreiche Reaktionen hervorgerufen hat. Eher ablehnend hat sich Eva Scholik, Vorsitzende der Bundessektion Höhere Schule der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) geäußert. Eine Art Zentralmatura könnte dazu führen, dass schulautonome Schwerpunktsetzungen verhindert und bewährte Schultypen abgeschafft würden, so Scholik.
Eine Zentralmatura würde zu einer Einengung des Unterrichtsgeschehens führen, warnte die Lehrervertreterin. Die Forderung nach einem einheitlichen Maturaniveau zur besseren Vergleichbarkeit sei nachvollziehbar, die Umsetzung müsse aber mit Maß und Ziel erfolgen.
Scholik sprach sich auch gegen eine völlige Übertragung der Lehrerauswahl an die Schulen aus. Die objektive Postenvergabe und die Zuteilung von Lehrern an die einzelnen Schulen müsse auch in Hinkunft von der Dienstbehörde sichergestellt werden. Ein verstärktes Mitspracherecht der Schulleitung un der Personalvertretung wäre allerdings sinnvoll.
Positiv zu Gehrers Vorstoß im "Kurier" in Richtung vereinheitlichter Matura kam von der Schülerunion. Es sei immer noch möglich, dass man mit gleichem Lernaufwand in manchen Schulen mit "Sehr Gut" abschneide, in anderen dagegen mit "Befriedigend" oder schlechter.
ÖH fordert 2,5 Mio. für Medizin-Unis
SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal forderte von Gehrer ein Einschreiten in Sachen Wartelisten beim Medizin-Studium. Eine von Gehrer in der Tageszeitung "Kurier" erhobene Forderung an die Medizin-Unis, den Rückstau an Studenten vor dem dritten Semester abzubauen, sei jedenfalls zu wenig. Damit die Studierenden auch in der Mindestzeit Medizin absolvierten könnten, bedürfe es einer Sonderzahlung von rund 2,5 Millionen, fordert die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH).
(apa/red)
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