Mittwoch, 23. August 2006

Soldaten unterwegs: Grundwehrdiener können ab 2007 gratis mit der Bahn fahren

  • ÖBB-Vorteils-Card im gesamten Bundesgebiet gültig
  • Vergünstigungen bis sechs Monate nach dem Abrüsten

Rund 30.000 neue Grundwehrdiener rücken pro Jahr in ihre jeweiligen Garnisonen ein. Damit sie dort möglichst günstig und sicher ankommen, bieten die ÖBB ab 1. Jänner 2007 jedem "Wehrmann" die Vorteils-Card an. Mit dieser können Bundesheer-Neulinge innerhalb des sechsmonatigen Wehrpflicht in ganz Österreich gratis Bahn fahren.

Verteidigungsminister Günther Platter betonte am Dienstag in der Kaserne im Wiener Arsenal, dass mit dem ÖBB-Angebot nicht nur die Verkehrssicherheit gesteigert, sondern auch der Grundwehrdienst an sich attraktiviert werden soll. Durchschnittlich ereignen sich in Österreich jährlich 250 Verkehrsunfälle mit Bundesheer-Angehörigen.

ÖBB-Chef Martin Huber hob vor allem die Vereinfachung hervor. Bisher bekamen nämlich Präsenzdiener einen Militärausweis, der als Freifahrtsschein zwischen Wohn- und Dienstort galt. Darüber hinaus durften die Soldaten monatlich 320 Kilometer gratis für "Kulturfahrten" die Bahn benützen.

Mit der Vorteils-Card werde nun alles anders. Beim Einrücken erhalte jeder ein Formular, mit dem er die Karte beantragen könne. Um die Wehrdiener auch nach ihrem Abrüsten an die ÖBB zu binden, gibt es zusätzlich ein halbes Jahr lang 50 Prozent Ermäßigung.

Laut Personenverkehrsvorstand Stefan Wehinger ist das Bundesheer der größte Kunde der ÖBB. Platter betonte diesbezüglich, dass man von den Bundesbahnen jährlich Dienstleistungen in der Höhe von acht Millionen Euro in Anspruch nehme - 4,5 Mio. Euro im Bereich Güterverkehr, 3,5 Mio. Euro für Personentransporte.

Grüne sehen Zivis benachteiligt
Theresia Haidlmayr von den Grünen sieht die Zivildiener benachteiligt und wirft der ÖBB "Diskriminierung" vor. Davon könne keine Rede sein, sagte eine Bundesbahn-Sprecherin, man habe mit beiden Gespräche geführt.

Von einem gleichwertigen Angebot für Zivildienstleistende ist laut Haidlmayr keine Rede: "Diese Vorgehensweise reiht sich in die von der Regierung beständig praktizierte Benachteiligung von Zivildienern ein. Diese Ungleichbehandlung ist absolut unzulässig und eine Diskriminierung gegenüber den Zivildienstleistenden." Die Politikerin fordert die sofortige Ausweitung des Angebots auf alle Zivildiener.

Die ÖBB beruhigen: Es wurden schon Gespräche mit den Zivildienern geführt und man hoffe, auch ihnen bald ein ähnliches Angebot machen zu können. Die Vorwürfe der Grünen wies die Sprecherin "entschieden" zurück.(apa/Red)

23.8.2006 08:37