Krebs-Überlebende häufig suizidgefährdet:
Jeder Achte denkt über Selbstmord nach
- Psychologische Nachbetreuung besonders wichtig
- Mediziner sollten seelisches Befinden überwachen

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Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Krebstherapie sollten Mediziner auch das seelische Befinden der Patienten langfristig im Blick haben. Laut einer amerikanischen Untersuchung ist auch noch viele Jahre nach einer Heilung jeder achte Patient suizidgefährdet. "Den meisten Menschen geht es gut, aber es gibt eine große Sorge bezüglich der Minderheit der Überlebenden, die daran denken, ihr Leben zu beenden", betont Studienleiter Christopher Recklitis vom Dana-Farber-Krebsinstitut in Boston.
Der Psychologe hatte gemeinsam mit Onkologen 226 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren untersucht, die in ihrer Kindheit an Krebs erkrankt waren. Insgesamt 29 Teilnehmer berichteten, zumindest zeitweilig Suizidgedanken gehabt zu haben, zehn von ihnen hatten bereits mindestens ein Mal versucht, sich umzubringen, wie das "Journal of Clinical Oncology" berichtet.
Auffällig war, dass nur elf dieser 29 Patienten als depressiv eingestuft wurden. Depressive Gefühle, Schmerzen und körperliche Beeinträchtigungen gingen mit einer erhöhten Suizidalität einher, ebenso wie junges Alter bei der Krebsdiagnose. Für die Überlebenden von Krebserkrankungen sei neben der körperlichen auch eine psychologische Nachbetreuung wichtig, betont daher Recklitis. (APA/red)
