Schul- und Lehrbücher gelten nicht mehr: Pluto wird nicht mehr als Planet bezeichnet
- Beschluss der internationalen Astronomischen Union
- Status des Himmelskörpers ist seit langem umstritten
·Sonnensystem mit drei neuen Planeten
Genauere Definition macht Zuwachs möglich
·Originalaufnahmen von Mondlandung weg
Video verschlampt: NASA
auf verzweifelter Suche
·Menschen zu 91 %
aus Sternenasche
Unsere Ursprünge liegen in den "Roten Riesen"

Schul- und Lehrbücher müssen umgeschrieben werden: Der 1930 entdeckte Himmelskörper Pluto gilt nicht mehr als Planet. Das hat die Internationale Astronomische Union (IAU) am Donnerstag auf einem Fachkongress in Prag beschlossen. Damit bleiben künftig acht klassische Planeten (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun).
Der Streit um den 1930 von Clyde Tombaugh (1906-1997) entdeckten Pluto geht bereits über Jahrzehnte. Ursprünglich auf Erdgröße geschätzt, wurde sein Durchmesser laufend nach unten revidiert. Nach jüngsten Bestimmungen sind es rund 2.300 Kilometer. Zum Vergleich, die Erde hat einen Äquator-Durchmesser von rund 12.750 Kilometern, der Erdenmond immerhin noch von rund 3.480 Kilometern.
Abgesehen von der geringen Größe ist ein Hauptargument der Experten, welche Pluto nicht als echten Planeten sehen, die Bahnneigung. Die Bahnebene ist gegenüber der Erdbahn nämlich um ganze 17 Grad geneigt. Bei den restlichen acht Planeten differieren die Bahnneigungen lediglich um einige wenige Grad. Astronomen meinen daher, dass nur die Planeten von Merkur bis Neptun gemeinsam entstanden sind und dass Pluto und weitere Himmelskörper jenseits der Neptun-Bahn gleichsam später eingefangen wurden.
So richtig aufgeflammt ist die Diskussion um Pluto durch die Entdeckung des Objekts UB313 im Vorjahr. Xena, wie das Objekt mittlerweile genannt wird, ist mit rund 3.000 Kilometern Durchmesser sogar größer als Pluto, aber drei Mal so weit von der Sonne entfernt.
Nun wird es nach der Entscheidung neben den acht Planeten so genannte Zwergplaneten geben, die laut einem Antrag eines US-Wissenschaftlers Planetinos genannt werden könnten. Zu ihnen würde Pluto gehören, aber auch sein größter Mond Charon, der Asteroid Ceres sowie UB313.
Eine ursprünglich diskutierte Idee, eine eigene Planeten-Klasse namens Plutons für sehr ferne Sonnenbegleiter einzuführen, wurde bei der Sitzung wieder verworfen. Planeten unseres Sonnensystems sind nun definiert als Objekte, die die Sonne umkreisen, genug Masse haben, damit ihre eigene Schwerkraft sie zu annähernd kugelförmiger Gestalt zusammenpresst, und ihre kosmische Nachbarschaft von anderen Objekten freigeräumt haben. Letzteres trifft auf Plauto nicht zu, der sich im so genannten Kuiper-Gürtel mit zahlreichen anderen Himmelskörpern bewegt. Pluto soll daher künftig ein Zwergplanet sein. Zwergplaneten sind nach Auffassung der IAU trotz des Namens keine Planeten. Eine Resolution, die acht Planeten als "klassische Planeten" zu bezeichnen, wurde abgelehnt. (apa/red)
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