Mittwoch, 23. August 2006

Wurz und Familie urlauben dort, wo sich Coulthard langweilen würde.

Österreichs neuer Formel-1-Pilot zeigt sich in NEWS erstmals mit Frau und Kindern beim Familienurlaub auf Mallorca.

Gute Tipps unter Formel-1-Fahrern sind rar wie freie Cockpits in der Königsklasse des Motorsports. Und meist so gut gemeint wie die Aufforderung zum Überholen vor einem Ölfleck auf der Piste. Alexander Wurz, 32, ab kommender Saison wieder Fixstarter bei Williams in Bernie Ecclestones Vollgasliga, durfte den touristischen Ratschlägen seines Freudes Pedro de la Rosa, gleichfalls (wenn auch bei McLaren) professioneller Gasgeber, getrost vertrauen. Der Spanier empfahl seinen Freund wohl an die unter schmachvoller deutscher Besatzung schmachtende Horror-Adresse Mallorca. Aber an die noch verträumte Ostseite.

Urlaub, wie er früher war – in Portocolom. Portocolom, vornehmlich Freunden des einfachen Segelsports und der Gaumenfreuden ein Begriff, hat mit den Hot Spots der übrigen Formel-1-Hautevolee so viel gemein wie Hochgeschwindigkeitsovale mit Tempo-30-Zonen: verträumte Bodegas in der Altstadt, ein fast menschenleerer, kleiner Strand. In diesem Hafenstädtchen checkt Wurz, pekuniär nicht gerade im Ruf, auf touristische Sonderangebote angewiesen zu sein, samt Familie ein: Ehefrau Julia und die Söhne Felix, 4, und Charlie, acht Monate, zwei Wochen in einer einfachen, aber traumhaft gelegenen Mietvilla. Wurz gibt sich entspannt: „Was will ich mehr? Hier hab ich so viel Zeit für meine Familie wie sonst das ganze Jahr über nicht. Und hier finde ich Ruhe vom Alltag.“
Aus der mallorquinischen Mietvilla dringt Kindergeschrei in beachtlicher Phonstärke. Felix tobt auf der Terrasse, Charlie robbt auf allen vieren mit ähnlicher Bodenhaftung wie Papas Williams durch die gute Stube. Das Szenario scheint der paradiesischen Urlaubsdefinition des Vaters nicht ganz zu entsprechen. Doch der behält nicht nur bei Tempo 340 Nerven. „Felix hat gerade seine erste Sturm-und-Drang-Periode, und mir macht es einfach Spaß, meine Söhne hautnah zu erleben.“
Filius Felix ist natürlich über Papas Business präzise informiert und kennt mittlerweile alle Formel-1-Teams auswendig. Bei den Renn-Übertragungen sitzt er zumindest kurz vorm Schirm. „Denn nach zehn Minuten ist sein Formel-1-Fieber wieder abgeklungen. Dann interessiert ihn seine Eisenbahn wieder mehr.“

Auch Julia Wurz blieb der F1 treu. Im Normalfall müssen Felix und Bruder Charlie mit Mama Julia vorlieb nehmen. Der Zeitplan des (Noch-)Formel-1-Testpiloten ist straff organisiert: Testen, Trainieren und dazwischen immer Geschäftstermine mit Firmen und Sponsoren. „Und selbst wenn ich einmal zwei Tage frei habe, bleibt nicht gar so viel Zeit für die Familie. Obwohl ich natürlich darauf schaue, dass ich E-Mails und Telefonate auf Flughäfen und im Flieger erledige.“
Auch Julia Wurz ist berufstätig, wenn auch nur halbtags. Ihre Public-Relations-Agentur „Rocket Communications“, im heimatlichen Monaco „nur zwei Minuten von unserem Appartement entfernt“, ist auf PR und Incentiveprogramme von Firmen, die mit Sport
zu tun haben, spezialisiert. „Natürlich auch mit der Formel 1“, sagt Julia. Etwa Mum-Champagner.
Den Ehemann managte sie trotz anders lautender Gerüchte nie. Der sagt: „Wenn wir auch alles absprechen, Finanzielles deale ich mir selbst aus.“

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23.8.2006 18:26