Schüssel und Fischer in der Pflegemisere - Neue Details über die illegalen Pflegerinnen.
- Exklusiv. Kanzler-Schwägerin erzählt in NEWS vom Pflegenotstand im Hause Schüssel.
Es gibt in Österreich sicher keinen Pflegenotstand. Diesen Beruhigungsappell richtete Bundeskanzler Wolfgang Schüssel noch vergangene Woche an die Bevölkerung.
Wir haben Probleme im Pflegebereich erkannt, bekämpft und gelöst, bekräftigte ÖVP-Sozialsprecher Walter Tancsits. Nur: Die vermeintlichen Lösungen drangen offensichtlich nicht einmal bis in den engsten Familienkreis des Regierungschefs vor. Denn wie Bestseller-autor Hans Weiss (Bittere Pillen) mittels Leserbrief in der Wochenendausgabe des Standard skandalreif verkündete, wurde Schüssels 94-jährige Schwiegermutter Maria F. im Vorjahr mehrere Monate lang von illegalen slowakischen Krankenschwestern gepflegt. Ein geschickt platzierter Zündler, der in Wahlkampfzeiten schnell zum Flächenbrand werden kann. Besonders tief dürfte die Familie Schüssel nicht in die Taschen gegriffen haben: Für zwei Euro pro Stunde sollen die vom Welser Hilfsverein St. Elisabeth vermittelten Slowakinnen Maria F. betreut haben. Für den Kanzler kein Problem: Man solle seine Familie in Ruhe lassen, geht der unter Druck geratene Kanzler fünf Wochen vor der Wahl in die Offensive: Er sei sich keiner Schuld bewusst, die Pflegerin seiner Schwiegermutter habe ja neben dem Lohn noch Kost und Logis erhalten.
Illegale Pfleger auch beim Bundespräsidenten. Mehr Lohn für gleiche Arbeit gab es in einem anderen hochrangigen Politikerhaushalt: Bundespräsident Heinz Fischer war offensichtlich ebenfalls ratlos, als es um die Altenpflege seines Vaters ging. Über persönliche Kontakte wurde seiner Schwester und ihm Ende der 90er Jahre eine slowakische Heimhilfe vermittelt, die den betagten Vater über einen längeren Zeitraum pflegte. Dass ausländische Pflegerinnen im Hause Fischer im 24-Stunden-Pflegeeinsatz waren, bestätigt der Pressesprecher des Bundespräsidenten, Bruno Aigner, im NEWS-Interview. Gleichzeitig betont er, dass die Damen fair entlohnt wurden. Es habe 30.000 Schilling im Monat und zu Weihnachten und für den Urlaub noch Extra-Geld gegeben. Das entspricht übrigens rund drei Euro pro Stunde.
Schüssel hat Schwiegermutter oft besucht. Der Kanzler hat jedenfalls eine enden wollende Lust, den Pflegefall in seiner Familie weiter zu erläutern. Seine Pressesprecherin Heidi Glück erklärte via APA, dass Schüssel nie in die Organisation der Pflege seiner Schwiegermutter eingebunden gewesen sei und sich nur die Schwester seiner Frau Gigi auf Empfehlung von Ärzten an den Verein St. Elisabeth in Wels gewandt habe. Leserbrief-Verfasser Hans Weiss dazu im NEWS-Interview: So einfach kann es sich der Kanzler nicht machen. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass er seine Schwiegermutter öfters besucht und auch die slowakischen Pflegerinnen gekannt hat. Die Schüssels sind schließlich eine gut funktionierende Wiener Familie. Auch Schüssels Aussage, dass der Lohn für die Pflegerinnen der Schwiegermutter immer direkt an den Verein überwiesen wurde und es darum keinen Hinweis auf eine illegale Beschäftigung gegeben hätte, wirkt auf Nachfragen bei St. Elisabeth wenig glaubwürdig. Vereinsobmann Harald Drescher: Üblicherweise wird der Tageslohn direkt und in bar an die Pflegerinnen abgegeben, denn als Vermittler wissen wir oft nicht einmal exakt, welche Summe die Familie mit der Betreuerin vereinbart hat. Andere Zahlungsmodalitäten sind mir nicht bekannt.
Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien

